5-Sekunden-Antwort: Die Ähnlichkeit ist kein Zufall. Die erste PC-Version von Minecraft erschien 2009. Terraria-Schöpfer Andrew „Redigit“ Spinks sagte später, dass er ungefähr im Januar 2011 konkrete Ideen entwickelte und sofort mit der Arbeit begann. Terraria erschien am 16. Mai 2011. Redigit hat den Einfluss von Minecraft offen angesprochen. Terraria blieb aber nicht einfach „Minecraft in 2D“, sondern kombinierte Mining und Crafting mit Action-Erkundung, Ausrüstungsfortschritt und sehr vielen Bosskämpfen.
1. Die ersten 30 Minuten sehen eindeutig verwandt aus
Man startet Terraria.
Baum fällen.
Werkbank bauen.
Unter die Erde graben.
Erz abbauen.
Ausrüstung herstellen.
Nachts kommen Gegner.
Haus bauen.
Spieler: „...Minecraft?“
Terraria: „Ich bin 2D.“
Spieler: „Das war nicht die Frage.“
Dieses Gefühl ist völlig nachvollziehbar.
Beide Spiele setzen auf generierte Welten, in denen man gräbt, Rohstoffe sammelt, Dinge herstellt, baut, erkundet und überlebt.
Wenn einem also erst Jahre später auffällt: „Moment, sind die beiden nicht verdammt ähnlich?“, ist das keine Einbildung.
2. Die Zeitleiste macht den Zusammenhang noch deutlicher
Die erste PC-Version von Minecraft erschien 2009. Die vollständige Version 1.0 kam 2011, doch das Spiel war schon vorher weit verbreitet.
Spinks erklärte später, dass er ungefähr im Januar 2011 konkrete Ideen für Terraria entwickelte und direkt mit der Arbeit begann.
Terraria 1.0 erschien am 16. Mai 2011.
Sehr grob:
2009: Minecraft erscheint
↓
Mining, Crafting und Bauen werden enorm populär
↓
Etwa Januar 2011: konkrete Terraria-Entwicklung beginnt
↓
Rund vier Monate
↓
Mai 2011: Terraria erscheint
Das einfache Denkmodell lautet:
„Der Kern von Minecraft macht richtig Spaß.“
„Was passiert, wenn ich daraus ein 2D-Spiel mit mehr Zielen und viel mehr Kämpfen mache?“
„Los.“
3. Redigit sagte selbst, dass er sich mehr „Zweck“ in Minecraft wünschte
Das erklärt den Unterschied wahrscheinlich am besten.
2023 sagte Redigit, dass der Wunsch nach mehr klarer Zielsetzung in Minecraft einen großen Anteil daran hatte, dass er Terraria entwickelte.
Minecraft: „Hier ist eine Welt. Mach, was du willst.“
Redigit: „Cool. Aber ich möchte stärker zum nächsten Ziel geführt werden.“
Terraria: „Verstanden. Erst ein riesiges fliegendes Auge. Dann ein Skelett. Dann eine Fleischwand in der Hölle. Wenn du die besiegst, wird die Welt noch gefährlicher.“
Spieler: „Vielleicht etwas überkorrigiert.“
Genau diese stärkere Progression wurde zu einem zentralen Teil von Terraria.
4. Es beginnt als „2D-Minecraft“ und wird schnell etwas anderes
Am Anfang gibt es viele Überschneidungen.
| Element | Minecraft | Terraria |
|---|---|---|
| Holz und Erz sammeln | Zentral | Zentral |
| Crafting | Zentral | Zentral |
| Bauen | Extrem wichtig | Wichtig |
| Generierte Welt | Ja | Ja |
| Tag, Nacht und Gegner | Ja | Ja |
| Erkundung | Wichtig | Sehr wichtig |
Danach gehen die Spiele aber auseinander.
Minecraft gibt enorme Freiheit, eigene Projekte zu erfinden: riesige Bauten, Farmen, Redstone, Erkundung, Server und selbst gesetzte Herausforderungen.
Terraria treibt den Spieler deutlich stärker über Ausrüstung und Bosse voran.
Neues Erz.
Neue Waffe.
Neues Accessoire.
Neues Biom.
Neuer Boss.
Manchmal verändert ein besiegter Boss sogar den Zustand der ganzen Welt.
Erste 30 Minuten:
„2D-Minecraft.“
Ein paar Stunden später:
„Wie viel Schaden bringt dieses Accessoire und welchen Boss muss ich als Nächstes farmen?“
Spieler: „Wo ist Minecraft hin?“
5. Terraria trägt auch viel DNA anderer Spiele
Spinks nannte in Interviews weitere Einflüsse.
Für Erkundung und Kampf erwähnte er unter anderem The Legend of Zelda: A Link to the Past und Super Metroid. Beim Survival- und Sandbox-Anteil verwies er auf Minecraft und Dwarf Fortress.
Terraria ist daher eher eine Mischung aus:
Mining, Crafting und Bauen wie in Minecraft
Erkundung und Upgrades wie in Metroid
Abenteuer wie in Zelda
Ausrüstungsprogression und Bosse wie in einem RPG
„Ein 2D-Minecraft-Klon“ erklärt die erste Stunde ganz gut und danach immer weniger.
Es ist, als würde man ein Minecraft-Haus betreten, im Keller Metroid finden und durch die nächste Tür direkt in eine RPG-Bossarena laufen.
6. Ja, schon 2011 wurde über „Kopie“ gestritten
Als Terraria erschien, kamen sofort Vergleiche mit Minecraft auf.
Redigit antwortete damals sinngemäß, dass Minecraft bereits für etwas Größeres als nur ein einzelnes Spiel stehe: Diese Mechaniken böten genug Möglichkeiten für eine ganze breitere Art von Spielen.
Minecraft-Schöpfer Markus „Notch“ Persson sagte 2011 ebenfalls, Terraria wirke von Minecraft inspiriert.
Er benutzte das aber nicht, um Terraria abzuwerten.
Im Gegenteil: Er lobte Terraria und wies darauf hin, dass Minecraft selbst von Spielen wie Infiniminer und Dwarf Fortress beeinflusst worden war.
So entwickelt sich Spieldesign nun einmal.
Spiel A: „Ich wurde von B inspiriert.“
Spiel B: „Ich von C und D.“
Spiel C: „Eigentlich gab es vor zwanzig Jahren schon E…“
Spieler: „Hat dieser Stammbaum überhaupt einen Anfang?“
7. Später floss der Einfluss sogar zurück
Besonders interessant ist, dass die Beziehung nicht einseitig blieb.
Die Official Terraria Wiki hält fest, dass Minecraft-Entwickler Jens Bergensten bestätigte, die Beschwörungsmechanik des Withers sei von Terrarias Boss-Beschwörungen inspiriert worden.
Die beiden Spiele empfehlen sich außerdem gegenseitig:
Terraria: „Also try Minecraft!“
Minecraft: „Also try Terraria!“
Am Anfang:
Minecraft → Terraria
Später:
Terraria → Minecraft
Endform:
„Dein Spiel ist cool.“
„Deins auch.“
Erstaunlich friedlich für zwei Spiele, die Fans seit Jahren gegeneinander vergleichen.
8. Fazit: Ja, sie sind ähnlich — und dann mutiert Terraria
Terraria und Minecraft teilen tatsächlich wichtiges Design-DNA.
Minecraft half dabei, die Schleife aus Graben, Sammeln, Craften und Bauen populär zu machen. Diese Schleife wurde zu einem der Ausgangspunkte von Terraria.
Dann fügte Terraria hinzu:
„Mehr Ziele.“
„Mehr Kämpfe.“
„Mehr Ausrüstung.“
„Mehr Bosse.“
Und immer weiter.
Das Ergebnis:
Anfang: 2D-Minecraft
↓
Mitte: erkundungsorientiertes Action-RPG
↓
Ende: Bosse, Builds, Projektile und Zahlen übernehmen das Gehirn
Die grobe, aber ziemlich treffende Kurzfassung lautet:
„Terraria begann mit dem Gedanken: ‘Der Kern von Minecraft ist großartig; ich würde nur viel mehr RPG-Progression und Bosse einbauen’ — und mutierte dann so lange weiter, bis daraus ein eigenes Monster wurde.“
Deshalb sind beide Reaktionen richtig:
„Ist das nicht total ähnlich wie Minecraft?“
und ein paar Stunden später:
„Moment, eigentlich ist das ziemlich anders.“
