Er lässt einen Mitarbeiter nach seinem Namen suchen und ausschließlich positive Reaktionen vorlesen. Eine weitere Bedingung macht die Sache ungewöhnlich: Der Mitarbeiter soll nicht einmal so aussehen, als würde er unerwünschte Beiträge durch Scrollen überspringen. Das erzählte der japanische Komiker in Folge vier der ABEMA-Talkshow Uraaka Uraraka am 24. Oktober 2026. Moderator Akira Kawashima kommentierte die umständliche Methode mit einem knappen Hinweis darauf, wie anstrengend Kano sei.
Wie kam es zu der Unterhaltung?
Uraaka Uraraka ist eine japanische Unterhaltungssendung, in der Gäste ihre Meinungen zunächst anonym über einen eigens eingerichteten Zweitaccount einreichen. Im Studio wird anschließend darüber diskutiert. Folge vier lief laut Programm am 24. Oktober ab 23 Uhr japanischer Zeit bis 0:10 Uhr am folgenden Tag. Zu den Gästen gehörten neben Kano unter anderem Ryo Matsumaru, Naenano, Miki Inada, Daisuke Shiba und Kisu Amau.
Kawashima stellte Kano als jemanden vor, der schon heftige Kritik im Netz erlebt hatte. Kano erklärte, er habe gelernt, seinen Namen nicht selbst zu suchen. Nach einem Auftritt, den er als misslungen empfinde, schaue er auch nicht sofort aufs Smartphone. Das klingt zunächst nach einer nachvollziehbaren Grenze gegenüber belastenden Kommentaren.
Dann fragte Kawashima, ob Kano auch nach einem gelungenen Auftritt auf Reaktionen verzichte. Jetzt kam die überraschende Antwort: Ein Mitarbeiter sitze neben ihm, suche nach „Eiko Kano“ und lese nur die freundlichen Beiträge vor. Sogar das sichtbare Weiterwischen durch andere Beiträge solle er möglichst vermeiden.
Weshalb ist ausgerechnet das Scrollen die Pointe?
Auch wer den Bildschirm nicht lesen kann, merkt möglicherweise, wenn jemand zahlreiche Beiträge überspringt. Dann liegt die Vermutung nahe: Da waren wohl auch unangenehme Kommentare. Kano möchte nicht nur die Kritik ausblenden, sondern sogar diesen kleinen Hinweis auf ihre mögliche Existenz.
Die Komik entsteht durch die Steigerung. Aus „Ich lese keine Kommentare“ wird „Such du für mich“, daraus „Lies nur das Positive vor“ und schließlich „Lass mich nicht merken, dass du aussortierst“. Die Entlastung für einen Menschen wird zu einer erstaunlich detaillierten Arbeitsanweisung für einen anderen.
Was bedeuten die japanischen Begriffe?
In Japan bezeichnet ego-search das Suchen nach dem eigenen Namen oder den eigenen Werken im Internet. Enjō steht für eine Welle öffentlicher Online-Kritik. Ein Tsukkomi ist in der japanischen Comedy die schnelle Reaktion, die eine übertriebene oder widersprüchliche Aussage auf den Punkt bringt. Genau so funktioniert Kawashimas Kommentar: Er markiert die absurde Zusatzarbeit, statt daraus eine moralische Belehrung zu machen.
Was ist belegt, und was bleibt die Pointe?
ABEMA bestätigte die Sendungszeit und Besetzung. Die Ankündigung vom 24. Oktober erwähnte das Thema, japanische Medien berichteten am 25. Oktober nach der Ausstrahlung über den genauen Gesprächsverlauf. Das vollständige Video konnte wegen regionaler Zugangsbeschränkungen nicht direkt angesehen werden. Eine Verbreitung als Trend im deutschsprachigen Raum ist damit nicht belegt.
Kano verzichtet nicht auf positives Feedback: Er lagert die Suche und die Auswahl aus. Besonders schön ist, dass der menschliche Filter seine eigene Arbeit unsichtbar machen soll.




