Automatisierung macht Spaß, solange alles von allein läuft. Tests starten automatisch, die Website wird gebaut, wiederkehrende Skripte erledigen ihre Arbeit. Doch irgendwann zeigt CircleCI die unangenehme Wahrheit: Das kostenlose Kontingent geht zur Neige.
Also sofort zahlen? Nicht unbedingt. Wer nach einer Alternative sucht, stößt auf erstaunlich viele Dienste mit kostenlosen Laufzeitkontingenten.
Eigentlich sollte nur ein Rechner als Verstärkung her. Plötzlich sitzt ein ganzer Saal voller Bewerber beim Vorstellungsgespräch.
Die Bewerber stellen sich vor
Ein Runner ist ein Rechner in der Cloud, der einen Auftrag ausführt. Die Angebote unterscheiden sich sowohl nach Einsatzzweck als auch nach Abrechnung.
Google Cloud Build bietet 2.500 kostenlose Build-Minuten im Monat auf einem geeigneten Standardrechner. Google Cloud Run Jobs rechnet anders: Hier sind monatlich 240.000 vCPU-Sekunden kostenlos, also rund 4.000 Minuten bei einer vCPU. Für den Arbeitsspeicher gibt es ein eigenes Kontingent, außerdem gelten regionale Preise. Cloud Build passt zu Builds und Tests, Cloud Run Jobs zu Stapelverarbeitung.
Azure Pipelines stellt für berechtigte private Projekte nach Freischaltung 1.800 gehostete Minuten pro Monat bereit; ein einzelner Job darf dabei höchstens 60 Minuten laufen. Buildkite bietet 2.000 kostenlose Linux-vCPU-Minuten. Auf einem Rechner mit zwei vCPUs entsprechen sie etwa 1.000 Minuten tatsächlicher Laufzeit. GitLab Free hat 400 Compute-Minuten, Bitbucket Free 50 Build-Minuten.
Bei GitHub Actions sind Standard-Runner für öffentliche Repositorys kostenlos. Private Repositorys im Tarif GitHub Free erhalten 2.000 Minuten monatlich. Allerdings dienen die gehosteten Runner laut Nutzungsbedingungen der Erstellung, Prüfung und Veröffentlichung des zugehörigen Softwareprojekts. Sie sind kein grenzenloser Gratis-Supercomputer.
Cloudflare Workers verarbeitet im kostenlosen Tarif bis zu 100.000 Anfragen am Tag, erlaubt aber nur 10 Millisekunden CPU-Zeit pro Aufruf. Als Klingel oder Dispatcher hervorragend, als Schwerlastarbeiter ungeeignet. Wer einen eigenen Server verwalten möchte, kann außerdem virtuelle Maschinen aus Oracle Cloud Always Free prüfen.
Die Bewerberliste wird länger. Jetzt braucht die Personalabteilung Verstärkung.
Kostenlose Minuten sind nicht alle gleich
Die Kontingente einfach zu addieren wäre ein hübscher, aber irreführender Trick. Build-Minuten, Compute-Minuten, vCPU-Minuten und vCPU-Sekunden sind unterschiedliche Maße.
Zehn Minuten Laufzeit auf zwei vCPUs können zwanzig vCPU-Minuten verbrauchen. Speicher, Datenverkehr, Protokolle und Zeitplanung können zusätzliche Kosten verursachen. Selbst für kostenlose Google-Cloud-Kontingente kann ein aktives Abrechnungskonto nötig sein; bei Überschreitung drohen Gebühren.
Wer alle Zahlen zusammenrechnet, addiert auch Kilometer, Kilogramm und Kaffeetassen. Das Ergebnis sieht mathematisch aus und sagt trotzdem nichts.
Arbeit verteilen, nicht Chaos vervielfachen
Sinnvoller ist es, Code und Ergebnisse zentral aufzubewahren und nur die Ausführung passend zu verteilen. Builds zu Cloud Build, längere Batch-Jobs zu Cloud Run Jobs, leichte Auslöser zu Workers, andere Aufgaben weiterhin zu CircleCI, solange dort Kapazität frei ist. Die konkrete Aufteilung hängt von Bedingungen und tatsächlichem Verbrauch ab.
Entscheidend sind 3 Fragen: Wie viel kostenloses Kontingent ist noch da? Läuft dieselbe Aufgabe versehentlich doppelt? Bleiben Fehlermeldungen erhalten? 3 Anbieter denselben Job gleichzeitig ausführen zu lassen, ist keine elegante Skalierung, sondern dreimal dasselbe Mittagessen zu bestellen.
Wenn CircleCI voll ist, muss das Projekt also nicht stehen bleiben. Es gibt zahlreiche kostenlose Alternativen, nur eben keine ohne Regeln.
Die Rechner mögen kostenlos Überstunden machen. Ihr Dienstplan schreibt sich trotzdem nicht von allein.
Offizielle Quellen, geprüft am 12. Oktober 2026: CircleCI, Cloud Build, Cloud Run, Azure Pipelines, Buildkite, GitLab, GitHub-Nutzungsbedingungen.
