Japans neuer Kinderbeitrag geht am eigentlichen Problem vorbei

Ab dem Haushaltsjahr 2026 startet in Japan der Unterstützungsbeitrag für Kinder und Kindererziehung.

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„Unterstützungsbeitrag“ heißt er, aber wenn das Geld aus dem Portemonnaie geht, ist es eine Belastung

Ab dem Haushaltsjahr 2026 startet in Japan der Unterstützungsbeitrag für Kinder und Kindererziehung. Laut der Behörde für Kinder und Familie liegt der Beitragssatz in der Krankenversicherung für Angestellte 2026 bei 0.23 %, und grundsätzlich übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte. Abgezogen wird er über den Versicherungsbeitrag für April (Monat 4) 2026, also vom Gehalt im Mai (Monat 5).

Das Ziel kann ich nachvollziehen.

Familien mit Kindern sollen von der ganzen Gesellschaft getragen werden. Kindergeld und Hilfen für die Kindererziehung werden ausgebaut. Das Geld fließt in den Kampf gegen den Geburtenrückgang.

Auf dem Papier klingt das vernünftig.

Aus Sicht der Menschen, die davon leben müssen, hört es sich aber so an:

„Es heißt zwar Unterstützungsbeitrag, aber wenn das Geld aus meinem Portemonnaie geht, ist das doch einfach eine Belastung, oder?“

Eine Steuer ist es nicht. Es ist ein „Unterstützungsbeitrag“. Er wird einfach auf die Versicherungsbeiträge draufgeschlagen.

Das kann man so sagen, aber meinem Portemonnaie ist das Etikett egal.

Das Geld geht raus.

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Die Sorgen vor dem ersten Kind sind nicht verschwunden

Wenn man „Unterstützungsbeitrag für Kinder und Kindererziehung“ hört, denkt man unwillkürlich, dass einem jemand beim Großziehen der Kinder hilft.

Doch die Sorgen derer, die noch zwischen Heirat und Kinderwunsch schwanken, liegen viel weiter vorne.

Kann man überhaupt bedenkenlos heiraten? Geht das Leben mit zwei Gehältern auf? Ruiniert ein Kind meine Zeit und meine Kräfte? Reicht das Geld für Wohnung, Ausbildung und Altersvorsorge? Bleibt bei den heutigen Sozialabgaben und Steuern noch etwas netto übrig? Lässt sich ein Kind großziehen, wenn ich im Job nicht kürzertreten kann?

Solange diese Fragen bleiben, löst der Satz

Es gibt ein Unterstützungsprogramm.

nur diese Reaktion aus:

„Schön und gut, aber meine Angst, Kinder zu bekommen, verschwindet dadurch nicht.“

Schlimmer noch: Wenn man der arbeitenden Generation, die noch keine Kinder hat, auch noch etwas mehr abnimmt, kann es so aussehen:

„Statt meine Sorgen zu verringern, schrumpft das doch nur mein verfügbares Einkommen?“

Eigentlich soll die Geburtenrate steigen

Das eigentliche Ziel jeder Politik gegen den Geburtenrückgang ist, die Zahl der Geburten und die Geburtenrate zu erhöhen.

2024 gab es in Japan 686.061 Geburten (68 man 6.061 in japanischer Zählweise), erstmals weniger als 700.000 (70 man). Die Gesamtfruchtbarkeitsrate lag bei 1.15, nach 1.20 im Jahr davor.

Mit anderen Worten: Zumindest bisher steigt die Geburtenrate nicht.

Wichtig ist hier nicht, dass es das Programm gibt. Wichtig ist, ob es dem Ziel nützt.

Selbst mit Programm gilt: Wenn

  • die Sorgen vor der Heirat nicht verschwinden
  • die Sorgen vor der Geburt nicht verschwinden
  • die Sorgen, wie zwei Berufe und eine Familie zusammenpassen, nicht verschwinden
  • die Sorgen um Wohnen, Ausbildung und Altersvorsorge nicht verschwinden
  • die Sorgen ums Nettoeinkommen nicht verschwinden

dann führt das kaum zu einer höheren Geburtenrate.

Was gegen den Geburtenrückgang wirklich gebraucht wird, ist nicht nur etwas Hilfe, nachdem das Kind da ist, sondern ein Sicherheitspolster schon davor, das einen denken lässt: „Selbst mit Kind läuft mein Leben nicht gegen die Wand.“

Fehlt das, erreicht auch ein großspuriger Programmname niemanden.

„Bekommt ein Kind, dann helfen wir euch ein bisschen“ reicht nicht. Die Menschen müssen glauben können, dass ein Kind weder Leben, Beruf, Geld, Gesundheit noch Ehe ruiniert.

Das ist der Kern der Sache.


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