Wer die Definition falsch versteht, redet am Thema vorbei
In den sozialen Medien liest man oft so etwas:
Nationale Belastungsquote: 45.7 %. Fast die Hälfte des Verdienstes geht für Steuern und Sozialabgaben drauf.
Das ist zur Hälfte richtig und zur Hälfte irreführend.
Laut dem japanischen Finanzministerium wird die nationale Belastungsquote für das Haushaltsjahr 2026 voraussichtlich 45.7 % betragen. Sie ist die Summe aus Steuerquote und Sozialabgabenquote und zeigt, welchen Anteil des Volkseinkommens die öffentlichen Abgaben ausmachen.
Das heißt: Es bedeutet nicht, dass auf der Gehaltsabrechnung eines Angestellten direkt 45.7 % abgezogen werden.
Das ist wichtig.
Aber daraus folgt keineswegs, dass die Last gering wäre. Ganz im Gegenteil.
Da ist der Anteil, den man selbst zahlt und der auf der Gehaltsabrechnung steht. Da ist der Arbeitgeberanteil, den die Firma im Hintergrund zahlt. Und wer im Alltag Geld ausgibt, zahlt außerdem Verbrauchsteuer und anderes.
Wer nur nach dem urteilt, was sichtbar ist, sieht die gesamte Belastung nicht.
Du zahlst etwas über 20 %, und die Firma zahlt im Hintergrund rund 15 %
Bei Angestellten werden vom eigenen Gehalt hauptsächlich diese Posten abgezogen:
- Angestelltenrente (Kosei Nenkin)
- Krankenversicherung
- Arbeitslosenversicherung (in Japan „Beschäftigungsversicherung“ genannt)
- Einkommensteuer
- Wohnsitzsteuer (eine lokale Steuer)
Der aktuelle Beitragssatz der Angestelltenrente liegt bei 18.3 % und wird je zur Hälfte von dir und der Firma getragen. Das sind 9.15 % für dich und 9.15 % für die Firma. Die Krankenversicherung unterscheidet sich je nach Kasse und Präfektur, aber bei der Kyokai Kenpo (der Krankenkasse für Beschäftigte kleiner und mittlerer Unternehmen) liegt der Anteil für die medizinische Versorgung 2026 im bundesweiten Durchschnitt bei rund 9.90 % und wird grundsätzlich ebenfalls hälftig zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber geteilt. Bei der Arbeitslosenversicherung zahlen im Jahr 2026 in gewöhnlichen Betrieben die Beschäftigten 0.5 % und die Arbeitgeber 0.85 %.
Grob gesagt machen allein deine Sozialabgaben schon etwa 14 bis 15 % aus. Dazu kommen noch Einkommensteuer und Wohnsitzsteuer.
Je nach Jahreseinkommen und Unterhaltspflichten ändert sich das, aber gefühlt sieht es für Angestellte ungefähr so aus:
Dein Anteil: knapp über 20 % Der versteckte Anteil der Firma: rund 15 %
Die Vorstellung
Als Angestellter zahle ich 20 %, und die Firma zahlt nochmal 10 bis 20 %?
liegt also ziemlich nah an der Wirklichkeit.
Streng genommen hängt es natürlich von Einkommen, Region, Krankenkasse, Alter und Unterhaltspflichten ab. Aber es ist nicht so, dass nur du zur Kasse gebeten wirst: Auch die Firma trägt als Personalkosten einen ordentlichen Brocken.
Das ist der entscheidende Punkt.
Der Firmenanteil schmälert am Ende auch den Spielraum für Gehaltserhöhungen
Die Sozialabgaben der Firma tauchen nicht direkt auf deiner Gehaltsabrechnung auf.
Für die Firma sind sie aber ganz einfach Personalkosten.
Angenommen, eine Firma zahlt einem Angestellten ein Bruttogehalt von 1 000 000 Yen. Davon werden dem Angestellten Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Die Firma zahlt zusätzlich zu diesen 1 000 000 Yen noch Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung und so weiter.
Aus Sicht der Firma fühlt sich das so an:
Man glaubt, 1 000 000 Yen brutto zu zahlen, aber die tatsächlichen Personalkosten liegen bei etwa 1 150 000 Yen.
Deshalb passiert bei einer Gehaltserhöhung Folgendes:
- Das Bruttogehalt steigt
- Die Sozialabgaben des Angestellten steigen
- Die Sozialabgaben der Firma steigen auch
- Die gesamten Personalkosten steigen noch stärker
Und die Firma denkt:
„Ich würde ja gern mehr zahlen, aber die Personalkosten sind schon so hoch ...“
Der Angestellte denkt:
„Mein Brutto ist gestiegen, aber netto kommt kaum mehr an?“
Und wenn man dann Geld ausgibt, kommt noch die Verbrauchsteuer dazu.
Vorne wird abgezogen. Hinten wird abgezogen. Und beim Ausgeben wird nochmal abgezogen.
Dem armen Geldbeutel wird aus drei Richtungen zugesetzt.
Die Sozialabgaben sind schwerer geworden als früher
Wirft man einen Blick auf die Entwicklung der Belastungsquote laut Finanzministerium, lag sie im Haushaltsjahr 1976 bei 26.6 %, und für 2026 werden 45.7 % erwartet. Besonders die Sozialabgabenquote ist von 7.8 % im Jahr 1976 auf voraussichtlich 17.6 % im Jahr 2026 gestiegen.
Kurz gesagt:
Die Steuern wiegen schwer, aber der Anstieg bei den Sozialabgaben ist besonders groß.
Genau das spüren Menschen im Erwerbsalter.
Man fragt sich, ob dieses Geld früher bei den Firmen und den Beschäftigten geblieben ist. Sind die Gehälter im gleichen Maß gestiegen? Ist das Leben dadurch sicherer geworden?
Und da denkt man sich: „Hm ...“
