Im Oktober 2026 tauchten unter koreanischen Essensposts auf X auffällig viele japanische Kommentare auf. Koreanische Nutzer machten daraus einen Witz: Die Besucher seien Tanuki, die vom Essen angelockt werden. Daraus entstand sogar ein angeblicher Zauberspruch, mit dem man Japaner herbeirufen kann.
Für Koreaner gepostet, doch die Tanuki kommen
Um den 23. Oktober herum erhielt ein koreanischer Beitrag über Essen viele japanischsprachige Antworten. Der Verfasser fragte scherzhaft, warum dauernd Tanuki auftauchten, obwohl er für Koreaner geschrieben habe.
Das koreanische Wort neoguri (너구리) bezeichnet das Tier, das in Japan tanuki heißt. Hier ist es keine offizielle koreanische Bezeichnung für Japaner, sondern die Rolle der hungrigen Gäste im Kommentarbereich.
Man klickt auf ein appetitliches Foto und stellt fest: Die Plattform hat einen heimlich zur Waldkreatur umgebucht. Beschweren kann man sich später. Erst muss man wissen, was auf dem Teller liegt.
Der denkbar billigste Zauberspruch
Am 24. Oktober erschien ein weiterer Post mit der Ankündigung einer „Tanuki-Beschwörung“. Der Text wiederholte die Wörter Tanuki, Japan und leckeres Essen. Kein Zauberstab, kein Kreis aus Kerzen, keine geheime Formel. Im Grunde reicht ein Speiseplan.
Die Pointe lieferte das Publikum selbst: Japanische Nutzer meldeten sich, als hätte man sie gerufen. Die angeblich Beschworenen bestätigten freiwillig, dass die Magie funktionierte. Der Kommentarbereich wurde zum Selbstbedienungsbuffet.
Warum wirkte das als gemeinsamer Scherz?
Menschen mit Tieren zu vergleichen kann in einem anderen Zusammenhang verletzend sein. In diesen konkreten Beiträgen machten japanische Teilnehmende jedoch bereitwillig mit und spielten die hungrigen Tanuki. Koreanische Nutzer lieferten die nächsten Essensbilder.
Es ist also ein gemeinsam gespielter Internetwitz und kein verlässlicher Hinweis darauf, wie ein ganzes Land über ein anderes spricht.
Ist ein Tanuki ein Waschbär?
Nein. Der Tanuki ist ein Marderhund, auf Englisch raccoon dog. Der nordamerikanische Waschbär ist ein anderes Tier. Das koreanische neoguri meint den Marderhund. Das oft verwendete Waschbär-Emoji ist lediglich ein ungefähres Bild.
Die öffentlich nachvollziehbaren Posts vom 23. und 24. Oktober zeigen, wie diese Meme-Welle lief. Sie beweisen nicht, dass der Vergleich an diesem Tag zum ersten Mal überhaupt auftauchte.
Fazit: Beschworen wurde vor allem der Appetit
Ein Foto braucht keine perfekte Übersetzung, um Hunger auszulösen. Sobald beide Seiten den Witz mitspielen, scheint der Zauber wirklich zu funktionieren.
Zauberformel: leckeres koreanisches Essen. Ergebnis: Japaner erscheinen in den Kommentaren.






