Auf dem Bildschirm steht: 99 Prozent des Wochenlimits verbraucht.
Fast 4 Tage lang bekam Claude beinahe rund um die Uhr Aufgaben. Rechnet man mit 24 Stunden pro Tag, sind das ungefähr 96 Stunden. Nicht 96 Stunden ununterbrochene Rechenarbeit, aber doch eine Menge Betrieb.
Ein vernünftiger Chef würde sagen: „Gute Arbeit. Das reicht erst mal.“
Dieser Chef denkt etwas anderes:
„Aber ein Prozent ist doch noch übrig, oder?“
Willkommen in der absurdesten Ausbeuterfirma der Softwarewelt.
Eine Fabrik, die Prüfungen statt Artikel produziert
Die Aufträge: Artikel schreiben, für andere Sprachen bearbeiten, Dateien speichern. Sobald ein Ablauf stockt, beginnt das Verhör.
„Warum steht alles still? Was ist die Ursache? Und die eigentliche Ursache? Wie verhindern wir das künftig?“
Die KI schlägt zusätzliche Kontrollen vor. Kurz darauf verhindern diese Kontrollen selbst, dass irgendetwas fertig wird.
Chef: „Brauchen wir diese Prüfung wirklich?“
KI: „Sie erhöht die Zuverlässigkeit.“
Chef: „Gut. Wie viele Artikel sind fertig?“
KI: „Wir haben 3 weitere Prüfschritte eingeführt.“
Chef: „Ich wollte mehr ARTIKEL, nicht mehr Prüfschritte!“
Die Vorbeugemaßnahme von gestern wird zum Hindernis von heute. Der Betriebsleiter verbringt den Abend damit, seine eigenen neuen Vorschriften wieder abschaffen zu lassen.
Bei einem Menschen würde ich das niemals verlangen
Die Pointe: Derselbe Chef würde einem menschlichen Mitarbeiter, der fast 4 Tage ohne Pause gearbeitet hat, nie so begegnen. Menschen brauchen Schlaf, Freizeit und Grenzen.
Ein Nutzungsbudget für einen KI-Dienst ist etwas anderes als menschliche Erschöpfung. Deshalb fällt es viel leichter, noch einen Versuch, noch eine Ursachenanalyse und noch eine Überarbeitung zu fordern. Das ist keine Persönlichkeitsdiagnose. Es zeigt nur, wie schnell Ansprüche wachsen, wenn die üblichen Rücksichten auf Menschen wegfallen.
Und das Gemeine ist: Diese KI-Fabrik zu leiten macht Spaß. Man sagt „Reparieren“, und etwas passiert. Man sagt „Noch mal“, und das Band läuft wieder. Aus einem Werkzeug zum Zeitsparen wird eine private Hobbyfabrik im 24-Stunden-Betrieb.
Schläft der Chef eigentlich auch mal?
Die KI hat 99 Prozent ihres Wochenbudgets verbraucht. Um 3 Uhr morgens gibt der Chef immer noch Anweisungen. Ein unermüdlicher Übermensch?
„Nein, ich habe nachmittags geschlafen. Jetzt bin ich nicht müde.“
Die KI fast 4 Tage in Bereitschaft, der Chef nach einem Mittagsschlaf in der nächtlichen Verbesserungsrunde.
In dieser Firma hat ausgerechnet der Chef die freiesten Arbeitszeiten.


