Einleitung
Die meisten ahnen es längst.
Beim All-you-can-eat den Preis über den Wareneinsatz wieder reinzuholen, ist schwer. Das Restaurant ist so kalkuliert, dass es im Durchschnitt gewinnt. Und du bist nicht Kirby, die rosa Nintendo-Figur, die alles in sich hineinsaugt.
Trotzdem gehen wir hin.
Warum?
Weil wir dort nicht nur Essen kaufen.
Beim All-you-can-eat kaufen Leute:
- Zeit, in der sie nicht kochen müssen
- Die Erleichterung, nicht aufräumen und abwaschen zu müssen
- Die Freiheit, sich auszusuchen, worauf sie Lust haben
- Einen Ausflug mit Familie oder Freunden
- Stressabbau
- Die Sicherheit eines Festpreises
- Das Gefühl, dass heute alle Grenzen fallen dürfen
Anders gesagt: All-you-can-eat ist kein Kostenduell mit deinem Magen, sondern ein Erlebnispaket, das den Appetit für einen Pauschalpreis freilässt.
1. Du lagerst Kochen und Aufräumen aus
Ein Grund für den Besuch ist, dass man Kochen und Aufräumen auslagert.
Dieselbe Zufriedenheit zu Hause herzustellen, ist erstaunlich aufwendig.
Bei Shabu-Shabu (hauchdünne Fleischscheiben, die in kochender Brühe gegart werden) oder Yakiniku (Fleisch vom Tischgrill nach japanischer Art) müsstest du zum Beispiel:
- Fleisch einkaufen
- Gemüse schneiden
- Dips und Soßen vorbereiten
- Gewürze und Beilagen herrichten
- Topf oder Elektrogrill hervorholen
- Reis und Beilagen zubereiten
- Hinterher alles abwaschen
- Den Geruch aus der Wohnung kriegen
Und wenn du so ein Angebot wie bei Yuzuan haben willst, einer japanischen Restaurantkette mit Fleisch, Sushi, Tempura, Eintopf und Desserts, wird es zu Hause richtig mühsam.
Im Preis des All-you-can-eat steckt eine Gebühr dafür, dass dir diese Mühe abgenommen wird.
Gäste kaufen nicht nur Zutaten. Sie lagern gleich einen ganzen Haufen lästiger Hausarbeit aus.
2. Du kaufst Auswahl
Der Reiz des All-you-can-eat liegt nicht nur in der Menge.
Die Wahlfreiheit zählt enorm.
- Fleisch essen
- Sushi essen
- Gemüse essen
- Nudeln essen
- Dessert essen
- Die Brühe wechseln
- Die Soße wechseln
- Die Gewürze wechseln
In einem normalen Restaurant kostet jedes einzelne Gericht extra.
Beim All-you-can-eat steht der Preis von Anfang an fest. Dadurch fällt der kleine Stich bei jeder Bestellung weg.
„Ist das wohl zu teuer?“ „Wird es teuer, wenn ich noch ein Dessert nehme?“ „Was, wenn mein Kind etwas Teures bestellt?“
Solche Überlegungen erledigt ein einziger Pauschalpreis.
All-you-can-eat verkauft Wahlfreiheit.
3. Der Festpreis beruhigt
Beim All-you-can-eat ist die Rechnung leicht vorherzusehen.
Auch das ist wichtig.
Im normalen Restaurant wird die Summe immer schwerer abzuschätzen, je mehr man bestellt. Manchmal merkt man erst am Ende, dass es teurer geworden ist als gedacht.
Beim All-you-can-eat kennt man den Grundpreis von Anfang an.
Das beruhigt die Gäste.
Besonders stark ist dieses Gefühl bei Familien und Gruppen.
- Kein Stress, wenn die Kinder nachbestellen
- Einfach zu teilen, auch wenn ein Freund viel isst
- Weniger Streit beim Bezahlen
- Man weiß: Für diesen Betrag kann ich den Tag genießen
Das ist ein Wert, der mit dem Wareneinsatz nichts zu tun hat.
4. Man geht hin, um Dampf abzulassen
All-you-can-eat kann auch ein Stressabbau-Event sein.
„Heute bin ich fertig.“ „Die Arbeit hat mich gestresst.“ „Ich habe mir einen Urlaubstag genommen.“ „Ich habe etwas geschafft.“ „Ich will einfach satt und zufrieden sein.“
An solchen Tagen gehen Leute zum All-you-can-eat.
Das ist mehr als reine Nährstoffzufuhr.
All-you-can-eat kommt mit einer Art Erlaubnis:
- Heute darf gegessen werden
- Die Grenzen dürfen fallen
- Man darf aussuchen, was man mag
- Ein bisschen Luxus ist erlaubt
- Man darf zufrieden sein
Was der Gast kauft, ist nicht der Wareneinsatz, sondern ein Gefühl der Befreiung.
5. Du kaufst das Event-Gefühl
All-you-can-eat wird leicht zum Event.
- Mit der Familie hingehen
- Mit Freunden hingehen
- Die Kinder freuen sich
- Es wird zum Plan für den freien Tag
- Passt für Geburtstage und kleine Feiern
- Es fühlt sich anders an als ein gewöhnliches Essen
Es ist kein normales Essen, schon das Hingehen selbst ist das Event.
Deshalb kann man beim Wareneinsatz verlieren und trotzdem beim Erlebnis insgesamt gewinnen.
Auch Kino, Freizeitpark oder Karaoke beurteilt niemand allein nach den Kosten. Beim All-you-can-eat ist es genauso.
6. Das Spiel „Geld wieder reinholen“ macht Spaß
All-you-can-eat hat etwas Spielerisches.
„Wie viel schaffe ich?“ „Wie viele Teller Fleisch gehen rein?“ „Komme ich bis zum Dessert?“ „Hole ich es heute wieder rein?“
Schon das Überlegen macht ein bisschen Spaß.
In Wirklichkeit ist es schwer, das Restaurant beim Wareneinsatz zu schlagen. Trotzdem macht es Freude, dass man es versuchen darf.
All-you-can-eat lässt Gäste denken: „Vielleicht schaffe ich es ja doch.“
Selbst wenn das völlig Einbildung ist, zählt es als Erlebniswert, solange der Gast Spaß hat.
Aber wer die Siegbedingung falsch ansetzt, quält sich.
„Ich esse weiter, auch wenn es wehtut, nur damit es sich lohnt.“ Das ist gefährlich.
Das Spiel „Geld wieder reinholen“ sollte ein Spiel bleiben. Man sollte es nicht so weit treiben, dass man krank wird.
7. Warum der Besuch vernünftig sein kann
Wenn man nur auf den Wareneinsatz schaut, verliert man beim All-you-can-eat leicht.
Zählt man aber die folgenden Werte zusammen, wird es vernünftig.
Was der Gast beim All-you-can-eat bekommt
= das Essen
+ ausgelagertes Kochen
+ ausgelagertes Aufräumen
+ Auswahl
+ Sicherheit durch den Festpreis
+ Stressabbau
+ Event-Gefühl
+ passt für alle in der Gruppe
+ Zufriedenheit
Übersteigt diese Summe den gezahlten Preis, gewinnt auch der Gast.
Die Frage lautet also nicht:
„Habe ich Fleisch für 3500 Yen gegessen?“
Sondern:
„Habe ich Zufriedenheit im Wert von 3500 Yen bekommen?“
Fazit
Menschen gehen zum All-you-can-eat, obwohl sie wissen, dass es sich nicht rechnet.
Denn sie kaufen dort nicht nur den Wareneinsatz.
Gäste kaufen das Erlebnis:
- Nicht kochen zu müssen
- Nicht aufräumen zu müssen
- Auszusuchen, was sie mögen
- Sich mit dem Festpreis sicher zu fühlen
- Mit Familie und Freunden Spaß zu haben
- Stress abzubauen
- Heute die Grenzen fallen zu lassen
All-you-can-eat ist also nicht zwingend ein Verlustgeschäft.
Beim Wareneinsatz zu verlieren und beim Erlebnis zu gewinnen, reicht völlig.
Hol nicht dein Geld zurück, hol dir Zufriedenheit.
Das ist der wahre Weg, beim All-you-can-eat zu gewinnen.


