Vertrage ich Alkohol gut oder schlecht? Eine Checkliste für Menschen, die abends trinken können, sich am nächsten Tag aber miserabel fühlen

Wenn jemand als „trinkfest“ gilt, denken viele an Dinge wie:

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Zusammenfassung

Wenn jemand als „trinkfest“ gilt, denken viele an Dinge wie:

  • Das Gesicht wird nicht rot.
  • Die Person kann viel trinken.
  • Sie kann beim Trinken noch normal sprechen.
  • Auch bei einer Getränkeflatrate verliert sie nicht die Kontrolle.
  • Sie wirkt weniger betrunken als andere.

Das ist tatsächlich ein Teil der Alkoholverträglichkeit.

Aber wenn man nur danach urteilt, kann man sich leicht täuschen.

Entscheidend ist nicht nur, wie es einem während des Trinkens geht, sondern auch, welche Folgen bis zum nächsten Tag bleiben.

Manche Menschen wirken am Abend völlig in Ordnung, haben am nächsten Tag aber schmerzende Schultern, schwere Oberschenkel, starke Müdigkeit, anhaltende Schläfrigkeit oder ein Stimmungstief.
Dann kann die Verträglichkeit am selben Abend hoch wirken, während die Erholung am nächsten Tag deutlich schlechter ausfällt.

Alkoholverträglichkeit lässt sich deshalb sinnvoll in vier Bereiche aufteilen:

  1. Ob der Körper schnell mit Hautrötung reagiert
  2. Ob Sprache, Verhalten und Gang während des Trinkens stabil bleiben
  3. Ob am nächsten Tag Beschwerden zurückbleiben
  4. Ob man selbst aufhören kann, bevor man zu viel trinkt

„Trinkfest“ bedeutet also nicht einfach, möglichst viel Alkohol zu schaffen.
Wirklich wichtig ist, weder den Abend noch den nächsten Tag zu ruinieren und rechtzeitig selbst stoppen zu können.


Alkoholverträglichkeit ist nicht nur eine einzige Eigenschaft

Es gibt mindestens vier verschiedene Arten von „Trinkfestigkeit“.

Bereich Worum es geht Wann man es bemerkt
Körperliche Reaktion Ob Gesichtsrötung, Herzklopfen oder Übelkeit auftreten Meist schon während des Trinkens sichtbar
Verträglichkeit am selben Abend Ob Sprache, Verhalten und Gang stabil bleiben Für andere relativ leicht sichtbar
Erholung am nächsten Tag Ob am Morgen Müdigkeit, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden bleiben Vor allem für die betroffene Person selbst sichtbar
Selbstkontrolle Ob man vor dem eigenen Limit aufhören kann Langfristig besonders wichtig

Wenn andere sagen: „Du verträgst aber viel“, beurteilen sie meistens die Verträglichkeit am selben Abend.

Das Gesicht verändert seine Farbe nicht.
Man spricht normal.
Man wird nicht sofort schläfrig.
Man verhält sich nicht auffällig.
Auch auf dem Heimweg wirkt man noch stabil.

Von außen sieht das nach hoher Alkoholverträglichkeit aus.

Am nächsten Morgen kann der Körper trotzdem etwas anderes melden.

Der Körper fühlt sich schwer an.
Die Schultern tun weh.
Die Oberschenkel fühlen sich merkwürdig oder müde an.
Trotz Schlaf ist die Erholung unvollständig.
Man fühlt sich vielleicht sogar ein wenig wie bei einer beginnenden Erkältung.

In diesem Fall kann die Person am Abend robust wirken, während ihre Verträglichkeit einschließlich der Erholung am Folgetag nur durchschnittlich oder eher gering ist.


Wer beim Trinken rot wird, hat eine sichtbare Warnanzeige

Manche Menschen bekommen schon nach wenig Alkohol ein rotes Gesicht.

Das hängt häufig nicht nur von Stimmung oder Atmosphäre ab, sondern auch davon, wie der Körper Alkohol abbaut.

Das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales erklärt auf seinem öffentlichen Gesundheitsportal e-Health Net, dass Menschen, die nach kleinen Alkoholmengen erröten, häufig eine schwach aktive oder inaktive Form eines Enzyms besitzen, das Acetaldehyd abbaut. Dieses Enzym heißt Aldehyddehydrogenase 2 (ALDH2).

Vereinfacht läuft der Alkoholabbau so ab:

Alkohol
  ↓
Acetaldehyd
  ↓
Acetat und andere Stoffe

Acetaldehyd ist ein Zwischenprodukt des Alkoholabbaus und wird unter anderem mit Hautrötung und Beschwerden nach dem Trinken in Verbindung gebracht.
e-Health Net beschreibt Acetaldehyd als erstes Stoffwechselprodukt von Ethanol und als einen Stoff, der an der sogenannten Flush-Reaktion und an Beschwerden eines Katers beteiligt ist.

Wenn jemand beim Trinken rot wird, zeigt der Körper also schon am selben Abend ein sichtbares Warnsignal.

Vereinfacht gesagt:

Der Körper zeigt gerade deutlich, dass der Alkoholabbau ihn belastet.

Das kann sich als Rötung von Gesicht, Hals oder Brust, Herzklopfen, Übelkeit, Schläfrigkeit oder Kopfschmerzen zeigen.

Man kann es sich so merken: Bei Menschen, die rot werden, ist die Warnanzeige schon während des Trinkens sichtbar.


Ist man sicher, wenn man nicht rot wird?

Genau hier liegt ein häufiger Denkfehler.

Wer nicht rot wird, zeigt die sichtbare Rötungsreaktion möglicherweise weniger stark.
Das bedeutet aber nicht, dass Alkohol dem Körper nichts anhaben kann.

Die Warnanzeige ist am selben Abend lediglich weniger offensichtlich.

Man wirkt normal.
Man kann sich unterhalten.
Die Gesichtsfarbe verändert sich kaum.
Auch andere bemerken möglicherweise keine deutliche Betrunkenheit.

Trotzdem kann sich der Körper am nächsten Tag schwer und erschöpft anfühlen.

Eine US-amerikanische Bundesinstitution für Alkoholforschung, das National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism (NIAAA), nennt als mögliche Katerbeschwerden unter anderem Müdigkeit, Schwäche, Durst, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit, Magenschmerzen, Schwindel, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Angstgefühle und Reizbarkeit.
Die Institution erklärt außerdem, dass unter anderem leichte Dehydrierung, gestörter Schlaf, Reizung des Magen-Darm-Trakts, Entzündungsreaktionen und die Belastung durch Acetaldehyd eine Rolle spielen können.

Auch ohne rotes Gesicht kann Alkohol den Körper also deutlich beeinflussen.

Wer leicht rot wird, bekommt die Warnung oft schon am Abend.
Wer nicht leicht rot wird, kann zunächst völlig normal wirken und die Folgen erst am nächsten Morgen bemerken.

Typ Während des Trinkens Am nächsten Tag
Menschen, die leicht rot werden Die Warnanzeige ist sichtbar: Rötung, Herzklopfen, Übelkeit, Schläfrigkeit usw. Schon kleinere Mengen können mit Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden einhergehen
Menschen, die nicht leicht rot werden Die Warnanzeige ist weniger sichtbar: Gespräch und Trinken wirken zunächst normal Folgen für Schlaf, Flüssigkeitshaushalt, Muskeln oder Magen können später auffallen

Kurz gesagt:

Wer rot wird, sieht die Warnanzeige oft noch am selben Abend.
Wer nicht rot wird, sieht die Warnanzeige schlechter und bekommt die „Rechnung“ möglicherweise erst am nächsten Tag.


Wie kann ich einschätzen, ob ich Alkohol gut oder schlecht vertrage?

Die folgenden vier Checklisten helfen dabei, die eigene Reaktion genauer zu betrachten.

1. Körperliche Reaktionen prüfen

Beobachtung Einordnung
Gesicht, Hals oder Brust werden schon nach wenig Alkohol rot Körperlich eher geringe Verträglichkeit
Schon nach wenig Alkohol tritt Herzklopfen auf Eher geringe Verträglichkeit
Schon nach wenig Alkohol treten Übelkeit, Kopfschmerzen oder starke Schläfrigkeit auf Eher geringe Verträglichkeit
Die Gesichtsfarbe verändert sich kaum Am selben Abend wirkt die Verträglichkeit höher
Die Gesichtsfarbe bleibt gleich, aber am nächsten Tag fühlt sich der Körper schwer an Am Abend wirkt man robust, die Erholung kann aber nur durchschnittlich oder schwach sein
Nach dem Trinken fehlen Erinnerungen Kein Zeichen von Stärke, sondern ein Gefahrensignal
Man kann die Trinkmenge selbst begrenzen Eine wichtige Form echter Kontrolle

2. Während des Trinkens prüfen

Beobachtung Einordnung
Gespräche bleiben normal möglich Verträglichkeit am selben Abend vorhanden
Der Gang bleibt stabil Verträglichkeit am selben Abend vorhanden
Die Lautstärke der eigenen Stimme gerät nicht außer Kontrolle Die Umgebung wird nicht durch das eigene Verhalten belastet
Man wiederholt nicht ständig dieselbe Geschichte Urteilsfähigkeit ist noch vorhanden
Man erinnert sich an den Heimweg Noch eher auf der sicheren Seite
Erinnerungen werden lückenhaft Zu viel getrunken
Gute Stimmung führt ständig zu weiteren Bestellungen Gefahrensignal
Schläfrigkeit nimmt zu und Reaktionen werden langsamer Das persönliche Limit für diesen Abend rückt näher

3. Den nächsten Tag prüfen

Beobachtung Einordnung
Man wacht morgens auf und fühlt sich normal Gute Erholung
Man ist nur etwas schläfrig Leichtere Beeinträchtigung
Schultern, Nacken oder Oberschenkel fühlen sich schwer an Kann mit Muskeln, Schlaf oder Flüssigkeitsmangel zusammenhängen
Kopfschmerzen, Übelkeit oder Magenbeschwerden treten auf Typische Katerbeschwerden sind möglich
Die Stimmung fällt deutlich ab Nachwirkung des Alkohols möglich
Der halbe Tag geht für die Erholung verloren Praktisch gesehen eher geringe Gesamtverträglichkeit
Man kann am nächsten Tag normal aktiv sein Gute Erholung

4. Selbstkontrolle prüfen

Beobachtung Einordnung
Man kann vor dem Trinken eine Obergrenze festlegen Gute Kontrolle
Man kann zwischen alkoholischen Getränken Wasser trinken Gute Kontrolle
Man kann in der letzten Stunde langsamer trinken oder auf alkoholfreie Getränke umsteigen Gute Kontrolle
Bei einer Getränkeflatrate versucht man nicht, möglichst viel „herauszuholen“ Gute Kontrolle
Man lässt sich nicht vom Tempo anderer mitziehen Gute Kontrolle
Sobald es lustig wird, verschwindet das eigene Limit Vorsicht
Man trinkt bis zu Erinnerungslücken Gefährlich
Obwohl der nächste Tag regelmäßig schlimm ist, trinkt man jedes Mal wieder dieselbe Menge Es gibt deutliches Verbesserungspotenzial

Der Typ „abends stark, am nächsten Tag kommt die Rechnung“

Das Gesicht bleibt unverändert.
Auch drei Stunden mit Getränkeflatrate sind am selben Abend machbar.
Gespräche funktionieren.
Von außen wirkt die Person nicht außer Kontrolle.

Am nächsten Tag tun jedoch die Schultern weh.
Der Körper fühlt sich schwer an.
Die Oberschenkel fühlen sich merkwürdig an.
Selbst nach langem Schlaf ist die Erholung nicht vollständig.

Eine naheliegende Einordnung lautet dann:

Am Abend wirkt die Person sehr belastbar.
Aber der nächste Tag bleibt nicht ohne Folgen.

Das ist der Typ „abends stark, am nächsten Tag kommt die Rechnung“.

Statt einfach nur „trinkfest“ oder „nicht trinkfest“ zu sagen, ist eine genauere Einteilung hilfreicher.

Bereich Einordnung
Gesichtsfarbe Wirkt robust
Gespräch und Verhalten Wirken robust
Trinkmenge Kann relativ hoch sein
Erholung am nächsten Tag Durchschnittlich bis eher schwach
Eigentliche Stellschraube Weniger die sichtbare Wirkung am Abend, sondern Trinkmenge am Ende, Wasser, Schlaf und die Folgen am nächsten Tag

Für die nächste Gelegenheit ist deshalb der Gedanke „Ich vertrage Alkohol, also kann ich weitertrinken“ wenig hilfreich.

Besser ist:

Ich kann am Abend trinken, aber ich möchte so trinken, dass mein morgiges Ich geschützt bleibt.


Kann man lernen, Alkohol besser zu vertragen?

Zunächst ist wichtig: Die körperliche Veranlagung lässt sich grundsätzlich nicht auf sichere Weise einfach „stärker“ machen.

Besonders wenn schon kleine Mengen deutliche Hautrötung auslösen, ist es keine gute Idee, sich durch wiederholtes Trinken „abhärten“ zu wollen.
„Durch Übung wird man trinkfester“ kann in manchen Fällen lediglich bedeuten, dass man Warnsignale des Körpers weniger deutlich wahrnimmt.

Sich an Alkohol zu gewöhnen ist nicht dasselbe wie Alkohol sicherer zu vertragen.

Sinnvoller ist es deshalb nicht, den Körper gegen Alkohol „stärker“ machen zu wollen, sondern eine Trinkweise zu lernen, die die Belastung reduziert.


Nicht stärker werden, sondern die Belastung verringern

1. Auf die Menge reinen Alkohols achten

Die Zahl der Gläser allein sagt wenig aus, weil Getränke unterschiedlich groß und unterschiedlich stark sind.

Die japanischen Leitlinien zu gesundheitsbewusstem Alkoholkonsum empfehlen deshalb, nicht nur auf die Getränkemenge in Millilitern, sondern auch auf die Menge reinen Alkohols in Gramm zu achten.

Die Berechnung lautet:

Getränkemenge (ml) × Alkoholgehalt als Dezimalzahl × 0,8 = reiner Alkohol (g)

Bei 500 ml Bier mit 5 % Alkohol ergibt sich beispielsweise:

500 × 0,05 × 0,8 = 20 g

500 ml Bier mit 5 % enthalten damit ungefähr 20 g reinen Alkohol.

Statt nur zu zählen, wie viele Gläser man getrunken hat, kann die Menge reinen Alkohols dabei helfen, die eigene Obergrenze realistischer festzulegen.


2. Nicht auf nüchternen Magen trinken

Alkohol kann auf nüchternen Magen schneller spürbar werden.

Deshalb ist es sinnvoll, vorher etwas zu essen.
Zum Beispiel Edamame, Eier, Fisch, Fleisch, Reis oder Suppe – entscheidend ist, nicht völlig nüchtern mit dem Trinken zu beginnen.

Das macht den Körper nicht „trinkfester“.
Es kann aber helfen, den Beginn der Alkoholwirkung weniger abrupt zu gestalten.


3. Zwischen alkoholischen Getränken Wasser trinken

Eine einfache und praktische Regel lautet:

Bier
Wasser
Bier
Wasser

Wer beim Trinken regelmäßig Wasser dazwischenschiebt, verlangsamt oft automatisch das Trinktempo und unterstützt gleichzeitig die Flüssigkeitszufuhr.

Wenn es lästig ist, jedes Mal Wasser zu bestellen, kann man von Anfang an ein Glas oder eine Flasche Wasser auf den Tisch stellen.


4. In der letzten Stunde langsamer werden

Für Menschen, die am nächsten Tag Beschwerden haben, zählt nicht nur die Gesamtmenge.

Alkohol spät am Abend kann den Schlaf besonders ungünstig beeinflussen.

Wer beispielsweise von 19 bis 23 Uhr trinkt, kann ab 22 Uhr auf Wasser, Tee oder alkoholfreie Getränke umsteigen.

Das kann einen Unterschied dabei machen, wie schwer sich der Körper am nächsten Morgen anfühlt.

Statt zu denken „Es ist gerade lustig, also trinke ich bis zum Schluss weiter“, hilft die Perspektive:

Ein schöner Abend soll nicht durch die Beschwerden am nächsten Tag entwertet werden.


5. Bei einer Getränkeflatrate nicht versuchen, den Preis „wieder hereinzuholen“

Eine typische Falle bei unbegrenzten Getränken ist der Gedanke: „Ich muss genug trinken, damit es sich lohnt.“

Aber der eigentliche Wert eines gemeinsamen Abends liegt nicht in der Alkoholmenge.

  • Gespräche
  • Beziehungen
  • Spaß
  • Abwechslung
  • Erinnerungen
  • Das Gefühl, sich wirklich gesehen und Zeit miteinander verbracht zu haben

Darauf kommt es an.

Mehr Bier zu trinken bringt keinen Gewinn, wenn dafür der nächste Tag verloren geht.

Der Wert eines Treffens zeigt sich eher daran, ob man danach denkt: „Es war gut, dass ich hingegangen bin.“


6. Nach dem Heimkommen Flüssigkeit und etwas Salz aufnehmen

Nach dem Trinken können Wasser, ungesüßter Tee, eine kleine Menge eines Elektrolytgetränks oder eine Suppe hilfreich sein.

Alkohol kann die Urinausscheidung erhöhen. Flüssigkeitsmangel und Veränderungen im Elektrolythaushalt können zu Beschwerden wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen beitragen.
Das beseitigt einen Kater nicht zuverlässig, kann aber eine vernünftige Grundlage für die Erholung schaffen.


7. Den nächsten Tag als Erholungstag behandeln

Wenn sich der Körper am nächsten Tag schwer anfühlt, bedeutet das nicht, dass es an fehlender Willenskraft liegt.

Der Körper erholt sich von der Belastung.

Für den Folgetag kann deshalb ein einfacher Plan sinnvoll sein:

  • ausreichend trinken
  • etwas Salz und normale Nahrung aufnehmen
  • eher leichte Mahlzeiten wählen
  • warm duschen
  • Nacken und Schultern vorsichtig bewegen
  • auf sehr anstrengenden Sport verzichten
  • den Tag nicht mit zu vielen Terminen vollpacken

Der Tag nach dem Trinken muss kein Selbstvorwurfstag sein. Er darf ein Erholungstag sein.


Ein einfacher Plan für vor, während und nach dem Trinken

Vor dem Trinken

Heute höchstens drei Getränke.
In der letzten Stunde Wasser oder Tee.
Zu Hause trinke ich noch Wasser.

Mehr muss man zunächst nicht festlegen.

Während des Trinkens

Nach einem alkoholischen Getränk kommt Wasser.
Auch bei guter Stimmung erhöhe ich das Tempo nicht.
In der letzten Stunde werde ich langsamer oder steige um.

Nach dem Trinken

Flüssigkeit.
Etwas Salz.
Eine leichte Mahlzeit.
Duschen.
Schlafen.
Am nächsten Morgen keine Selbstvorwürfe.

Warnzeichen, bei denen man nicht nur an einen normalen Kater denken sollte

Bei den folgenden Beschwerden sollte man nicht einfach davon ausgehen, dass es sich nur um einen gewöhnlichen Kater handelt. Je nach Schweregrad sollte medizinische Hilfe oder eine Notfallberatung in Betracht gezogen werden.

  • Das Bewusstsein ist deutlich getrübt.
  • Die Atmung ist auffällig oder gestört.
  • Brustschmerzen oder starkes Herzklopfen treten auf.
  • Übelkeit und Erbrechen hören nicht auf.
  • Flüssigkeit kann nicht bei sich behalten werden.
  • Gehen ist nicht mehr möglich.
  • Es besteht ausgeprägte Schwäche.
  • Der Urin ist dunkelbraun und gleichzeitig bestehen starke Muskelschmerzen.
  • Beschwerden halten ungewöhnlich lange an.
  • Die getrunkene Alkoholmenge war offensichtlich sehr hoch.

Auch Erinnerungslücken sind kein Zeichen dafür, dass jemand besonders viel Alkohol „verträgt“. Sie sind ein Gefahrensignal für zu hohen Alkoholkonsum.


Fazit

Ob jemand Alkohol gut oder schlecht verträgt, lässt sich nicht allein daran erkennen, wie die Person am selben Abend aussieht.

Wer leicht rot wird, bekommt oft schon am Abend ein sichtbares Warnsignal.
Wer nicht rot wird, hat möglicherweise eine weniger sichtbare Warnanzeige und bemerkt die Folgen erst am nächsten Tag.

Die eigene Alkoholverträglichkeit sollte deshalb anhand von vier Fragen beurteilt werden:

  • Werde ich beim Trinken rot?
  • Bleiben Sprache, Verhalten und Gang stabil?
  • Wie geht es mir am nächsten Tag?
  • Kann ich selbst rechtzeitig aufhören?

Wirklich „trinkfest“ zu sein bedeutet nicht, möglichst viel Alkohol zu trinken.

Entscheidend ist, den Abend und den nächsten Tag nicht zu ruinieren und selbst die Kontrolle über die Trinkmenge zu behalten.

Gerade Menschen, die am selben Abend viel vertragen, übersehen leichter, was ihr Körper am nächsten Tag meldet.

Beim nächsten Trinken geht es deshalb weniger darum, gegen den Alkohol zu „gewinnen“, sondern darum, ihm nicht die Kontrolle zu überlassen.


Quellen (4)

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