Weil sie eine liegen gebliebene Songliste einer anderen Band fanden und daraus eine Schreibaufgabe machten. Die britischen Schwestern Flo & Joan spielen keine Coverversionen von The Feeling. Sie behalten Titel und Reihenfolge bei, schreiben aber eigene Songs mit völlig anderen Themen.
Aus einer vergessenen Liste wird ein Konzept
Hinter Flo & Joan stehen Nicola und Rosie Dempsey. Laut der am 22. Oktober 2026 veröffentlichten Guardian-Kritik fanden sie bei einem früheren Auftritt im Londoner Shepherd's Bush Empire eine Setlist der Poprockband The Feeling. Eine Setlist ist schlicht die Reihenfolge der Songs für einen Auftritt. Statt das Papier wegzuwerfen, machten sie daraus eine Frage über ihren Beruf: Wenn sie Musik schreiben und aufführen, warum gelten sie als Comedy und nicht als richtige Band?
In einem Interview mit dem 1883 Magazine im August hatten die beiden bereits erklärt, dass sie anhand der Titel einer echten Band komplett neue Lieder geschrieben hätten. Den Namen der Band verrieten sie damals noch nicht.
Gleiche Überschrift, völlig anderer Song
Aus 'Fill My Little World' wird eine Nummer über Konsumüberfluss, Wegwerfmode und minderwertige KI-Inhalte. 'Never Be Lonely' handelt nun von der allzu engen gegenseitigen Abhängigkeit der Schwestern; dazu kommt ein visueller Trompetengag. Diese Details beschreibt die Livekritik vom 22. Oktober. Sie sind keine Inhaltsangabe der Originalsongs von The Feeling.
Wer die Vorlagen kennt, erlebt eine überraschende Wendung nach einem vertrauten Titel. Alle anderen können über den Kontrast zwischen gefühligen Popüberschriften und neurotischen Alltagsproblemen lachen. Die beiden leihen sich gewissermaßen die Etiketten, aber nicht den Inhalt.
Warum ist das jetzt Thema?
Britische Kritiken vom 22. Oktober nannten The Feeling als Vorlage und beschrieben einzelne Nummern. In der zweiten Hälfte treten die Schwestern mit überzeichnetem Rockstargehabe auf und bearbeiten ältere eigene Stücke neu. 'With Feeling' heißt außerdem 'mit Gefühl' und lässt sich als Anspielung auf den Bandnamen lesen; das ist eine Interpretation, keine ausdrücklich bestätigte Erklärung. Die Darstellung beruht auf Interviews und Kritiken, nicht auf einer behaupteten vollständigen eigenen Sichtung. Eine weltweite Viralität ist damit ebenfalls nicht belegt.
Fazit
Geliehen wurden Titel und Reihenfolge, neu geschrieben wurden die Lieder. Zwei Musikkomikerinnen fragen sich, ob sie eine echte Band sind, und bauen eine Show aus einem Papier, das eine echte Band vergessen hat. Das Konzept liefert seine eigene Pointe.





