Wenn man anfängt zu arbeiten, fühlt es sich manchmal so an, als hätte man weniger Freunde.
Freunde, die man in der Schul- oder Studienzeit jeden Tag gesehen hat, trifft man plötzlich nicht einmal mehr im Monat.
Man schreibt seltener über LINE.
Man hat weniger Lust, jemanden einzuladen.
Am freien Tag will man schlafen.
Die anderen haben auch viel zu tun: Heirat, Umzug, Kinder, Arbeit.
So entsteht schnell das Gefühl: „Vielleicht habe ich gar keine Freunde.“
Aber oft sind die Freunde nicht verschwunden.
Es gibt nur weniger Berührungspunkte.
Freundschaften aus der Schul- oder Studienzeit hielten oft, weil man jeden Tag am selben Ort war.
Klassenzimmer, Clubraum, Uni-Gruppe, Nebenjob.
Wenn man dort hinging, traf man sich ganz von selbst.
Darum blieb die Beziehung bestehen.
Als Erwachsener muss man etwas bewusster dafür sorgen, dass Freundschaften weiterlaufen.
Sich melden.
Termine abstimmen.
Ein gemeinsames Hobby haben.
Ab und zu einen Tag zum Treffen festlegen.
Auch online locker in Kontakt bleiben.
Freundschaften ändern sich.
Früher liefen sie oft von allein weiter.
Später brauchen sie ein wenig Pflege.
Wichtig ist dabei: Gib dir nicht zu schnell die Schuld, nur weil du weniger Freunde siehst.
Wenn man arbeitet, ändern sich Zeit, Kraft und Alltag.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Freundschaften weniger werden.
Wenn man aber nur wartet, werden die Berührungspunkte noch weniger.
Wenn du mehr Freunde haben willst, brauchst du zuerst Orte und Gelegenheiten für Kontakt.
Bei alten Freunden reicht auch eine kurze Nachricht.
Bei neuen Freunden hilft es, mehrmals an denselben Ort zu gehen.
Bevor du aus „Ich habe keine Freunde“ ein Problem deiner Persönlichkeit machst, schau lieber zuerst: „Gibt es überhaupt genug Kontaktpunkte?“
Freunde finden als Erwachsener ist nicht nur eine Frage von Talent für Freundschaft.
Es ist auch eine Frage davon, wie man Kontakt möglich macht.
