„Drei-Klick-Mann“ und „Chef entlassen“ sind Witze, die Arbeitsschritte vermenschlichen. Es geht nicht darum, echte Personen zu entlassen.
1. Früher war der Artikel fertig, aber die Arbeit noch nicht
Man sagte zur KI: „Mach aus allem bis hierhin einen Artikel.“
Der Artikel war fertig.
Doch danach blieb noch menschliche Arbeit übrig.
Der Ablauf sah ungefähr so aus:
- Markdown-Datei erhalten.
- Datei herunterladen.
- GitHub öffnen.
- Zum Zielordner gehen.
- Datei hochladen.
- Commit erstellen.
- Prüfen, ob die Datei wirklich angekommen ist.
Jeder Schritt war winzig.
Gerade deshalb blieb er bestehen.
„Sind doch nur drei Klicks. Mache ich eben selbst.“
In diesem Moment wurde der Drei-Klick-Mann geboren.
Seine Aufgabe war es, eine von der KI erstellte Datei bis nach GitHub zu tragen.
Die Arbeit war leicht.
Das Problem: Sie kam jedes Mal wieder.
Eine kleine Aufgabe ist nicht kostenlos, nur weil sie klein ist.
Sie wird lästig, wenn sie sich ständig wiederholt.
2. GitHub anbinden, und die Klicks verschwinden
Dann bekam die KI direkten Schreibzugriff auf den GitHub-Ablauf.
Der neue Prozess sah so aus:
- „Mach daraus einen Artikel“ sagen.
- Die KI schreibt den Artikel.
- Die KI speichert ihn direkt im Zielordner.
- Die KI ruft die gespeicherte Datei erneut von GitHub ab.
- Die KI prüft, ob die Datei wirklich existiert.
- Die KI meldet Erfolg oder Fehler.
Auf menschlicher Seite bleibt fast nur noch eine Anweisung.
Dann kam die Umstrukturierung.
Drei-Klick-Mann: arbeitslos.
Drei-Klick-Mann: „Zeit, wieder ein Markdown zu transportieren!“
GitHub-Integration: „Diese Stelle wurde gestern gestrichen.“
Drei-Klick-Mann: „Wie bitte?“
3. Das ist keine Zeitersparnis. Das ist Prozesslöschung
Klassische Effizienz macht dieselbe Arbeit schneller.
Aus fünf Minuten werden zwei.
Das ist sinnvoll.
Aber hier geschah etwas anderes.
Wir haben den menschlichen Upload nicht beschleunigt.
Wir haben die Notwendigkeit eines menschlichen Uploads entfernt.
Dieser Unterschied ist entscheidend.
Schneller klicken hat ein Limit.
Ein Klick, der nicht mehr existiert, muss überhaupt nicht optimiert werden.
Auch „Welcher Ordner war das noch mal?“ entfällt weitgehend.
Vergessene Uploads werden seltener.
Kontextwechsel werden weniger.
Die stärkste Prozessverbesserung macht Menschen nicht schneller.
Sie gibt Menschen weniger unnötige Arbeit.
4. Auch die Kontrolle nach dem Speichern zu automatisieren macht den Ablauf deutlich robuster
Nur zu speichern reicht noch nicht ganz.
Der Pfad kann falsch sein.
Der Dateiname kann falsch sein.
Der Inhalt kann unvollständig sein.
Darum ruft das System nach dem Speichern dieselbe Datei erneut aus GitHub ab.
Dann prüft es, ob die Datei wirklich existiert.
Wenn nötig, prüft es auch den Inhalt.
Der Ablauf lautet dann:
Erstellen → Speichern → Erneut lesen → Ergebnis melden
Dieser letzte Schritt wirkt klein, ist aber wichtig.
Wenn die Automatisierung speichert, aber ein Mensch trotzdem jedes Mal GitHub öffnen und fragen muss „Ist es wirklich drin?“, dann lebt die Kontrollarbeit weiter.
Der Drei-Klick-Mann wurde nicht entlassen.
Er wurde nur zum Ein-Klick-Mann degradiert.
Wenn schon automatisieren, dann richtig.
5. Wir haben nicht drei Klicks entfernt. Wir haben „drei Klicks“ als Beruf abgeschafft
Am Anfang klang es nach einer kleinen Verbesserung.
„Schön, drei Klicks weniger.“
Doch tatsächlich verschwand etwas Größeres: die Notwendigkeit, einen Menschen in die Mitte des Ablaufs zu stellen.
Im alten Prozess bedeuteten 100 Artikel auch 100 Einsätze als Dateikurier.
Im neuen Prozess bleibt die Grundanweisung für 100 oder 1.000 Dateien fast gleich.
Je größer das Volumen, desto wertvoller wird die Prozesslöschung.
Der Drei-Klick-Mann legt Beschwerde ein.
Drei-Klick-Mann: „Ihr habt mir meinen Job weggenommen!“
Verbesserungsteam: „Nein. Wir haben nur Ihre Klicks entfernt.“
Drei-Klick-Mann: „Das ist noch schlimmer!“
6. Verbessert man den Prozess zu stark, wird am Ende sogar der Chef entlassen
Ab hier ist es reiner Spaß.
Schreiben automatisiert.
Speichern automatisiert.
Prüfen automatisiert.
Auch die Veröffentlichungsvorbereitung wird immer weiter automatisiert.
Irgendwann kommt die unvermeidliche Frage.
„Was machen Menschen jetzt eigentlich noch?“
Chef: „Und was mache ich?“
Verbesserungsteam: „Das fragen wir die KI.“
Chef: „Chef entlassen.“
Die Prozessverbesserung hat nun auch die Führungsetage durchschlagen.
Die ernsthafte Botschaft lautet natürlich nicht, jede wichtige Entscheidung zu automatisieren.
Im Gegenteil.
Transport, Kopieren und wiederholte Kontrollen sollten verschwinden, damit menschliche Zeit wieder für Entscheidungen frei wird, bei denen menschliches Urteil wirklich etwas bringt.
Der Chef darf bleiben.
Beim Drei-Klick-Mann können wir verhandeln.
7. Fazit: Die stärkste Verbesserung heißt nicht „mehr leisten“, sondern „gar nicht mehr machen müssen“
Ein paar Klicks wirken belanglos.
Wenn sie jedes Mal auftreten, sind sie bereits ein Prozess.
Und wenn die KI direkt mit dem Ziel verbunden werden kann, ist es stärker, diesen Prozess zu löschen, als ihn nur schneller auszuführen.
Die ganze Veränderung passt in zwei Zeilen:
Früher: Artikel erstellen, danach trägt ein Mensch die Datei zu GitHub.
Heute: Artikel anfordern, Speichern und Prüfen laufen direkt mit.
Zuerst sparten wir drei Klicks.
Dann verlor der Drei-Klick-Mann seinen Job.
Und im Überschwang entließen wir gleich noch den Chef.
Prozessverbesserung ist gefährlich.
Unnötige Klicks verdienen trotzdem kein Mitleid.
