Wurde Kura Sushi wegen des Chiikawa-Problems auf 110 Yen billiger? Nein: Das Plakat ist unschuldig – aber danach kam tatsächlich noch ein 10%-Entschuldigungsrabatt dazu

An einem Werktag zur Mittagszeit fiel bei Kura Sushi ein riesiges rotes Plakat auf: „Der Preis aus der Anfangszeit ist zurück: 100 Yen, mit Steuer 110 Yen.“ Daz

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An einem Werktag zur Mittagszeit fiel bei Kura Sushi ein riesiges rotes Plakat auf: „Der Preis aus der Anfangszeit ist zurück: 100 Yen, mit Steuer 110 Yen.“ Dazu kam eine Botschaft des Dankes für fast fünfzig Jahre Unterstützung.

Das Timing wirkte verdächtig. Kura Sushi hatte gerade die vorzeitige Beendigung seiner Chiikawa-Kooperation angekündigt, nachdem Fehlverhalten eines Mitarbeiters festgestellt worden war. Ohne die Daten zu prüfen, lag der Gedanke nahe: „Gab es Ärger, deshalb wurde es billiger, und jetzt tut man so, als sei das einfach nostalgisch der Gründungspreis?“

Als Witz funktioniert das hervorragend. Als Vorwurf nicht.

1. Die 110 Yen waren schon vor dem Ende der Kooperation angekündigt

Kura Sushi gab am 20. August 2026 bekannt, ab dem 4. September Preise zu ändern. In Filialen mit einem bisherigen Mindestpreis von 115 Yen sollte der neue Mindestpreis 110 Yen betragen.

Das Unternehmen nannte 37 Produkte für 110 Yen, darunter Weißer Thun, gehackter Thunfisch mit Frühlingszwiebeln, Tamagoyaki, Hamburger, Mais und Kombinationsplatten. Gleichzeitig wurden 33 andere Produkte, darunter normaler Lachs, von 115 auf 120 Yen geändert.

Die 110-Yen-Preise starteten also wie geplant am 4. September. Die Absage der Chiikawa-Kooperation wurde erst am 5. September bekanntgegeben.

Keine spontane Preissenkung nach dem Vorfall. Angeklagtes Plakat: freigesprochen.

2. Trotzdem kam direkt danach tatsächlich ein anderer Rabatt hinzu

Am 5. September erklärte Kura Sushi, die Untersuchung habe Fehlverhalten eines Mitarbeiters im Zusammenhang mit der Kampagne ergeben. Die Zusammenarbeit werde daher ab Geschäftsöffnung am 6. September beendet.

Als Entschuldigung für das vorzeitige Ende wurde am 6. und 7. September an der Kasse ein Rabatt von 10 % auf alle Produkte gewährt, wie damalige Berichte unter Berufung auf die offizielle Website meldeten.

Die Reihenfolge lautet also:

    1. August: Mindestpreis von 110 Yen für den 4. September angekündigt
    1. September: neue Preise starten
    1. September: Ende der Chiikawa-Kooperation angekündigt
  • 6.–7. September: 10 % Entschuldigungsrabatt auf alles

Das Plakat sagte „110 Yen als Dankeschön“; die Kasse ergänzte praktisch „und jetzt nochmals 10 % weniger“.

3. Werden 110 Yen und 10 % kombiniert? Grundsätzlich ja, denn es sind nicht zwei Gutscheine

Die 110 Yen waren seit dem 4. September der reguläre Verkaufspreis und kein Gutscheinpreis. Der 10%-Rabatt am 6. und 7. September wurde zusätzlich beim Bezahlen auf alle Produkte angewendet.

Die einfache Rechnung lautet:

110 × 0,9 = umgerechnet 99 Yen.

Auf dem echten Bon kann der Rabatt auf die Gesamtsumme angewendet und anders gerundet werden. Das heißt nicht, dass jede einzelne Schale zwingend als exakt 99 Yen erscheint. Entscheidend ist: Auch die 110-Yen-Produkte befanden sich in einer Rechnung, die nochmals 10 % reduziert wurde.

Das Plakat ist unschuldig. Der Kalender hat nur eine außergewöhnlich gute unbeabsichtigte Pointe produziert.

Bei der Menge, die eine Person bei diesem Mittagessen tatsächlich aß, betrug die gesamte Ersparnis allerdings nur ungefähr 100 Yen. Damit landete die Kosten-Nutzen-Rechnung sofort wieder in der Realität.

„Wenn es nur etwa 100 Yen Rabatt sind, war die Kooperation eigentlich besser.“

Dass 110 rechnerisch zu 99 werden, wirkt pro Teller eindrucksvoll. Bei einem normalen Mittagessen waren es real aber nur ungefähr hundert Yen Vorteil. In dieser Größenordnung konnte die Chiikawa-Kooperation leicht mehr Spaßwert bieten als der Entschuldigungsrabatt.

4. Das Werktagsmittagessen wurde plötzlich zum Lachs-Benchmark

Eigentlich wäre es logisch gewesen, mit den 110-Yen-Produkten anzufangen. Auf dem Bestellbildschirm standen zunächst aber diese fünf Positionen:

  • flambierter Käse-Lachs: 180 Yen
  • gegrillter Lachsbauch: 200 Yen
  • fetter Lachs: 200 Yen
  • Lachs: 120 Yen
  • Hokkaido-Lachs: 270 Yen

Das war keine Billigpreisprüfung mehr. Das war ein Lachs-Forschungsprojekt.

Der normale Lachs für 120 Yen wurde zum Referenzmodell; daneben standen die Varianten gegrillt, fetter, mit Käse und aus Hokkaido. Der Hokkaido-Lachs für 270 Yen war außerdem ein offizielles Produkt der gleichzeitig laufenden Hokkai-Aktion.

Die fünf Listenpreise ergeben 970 Yen; mit einer einfachen 10%-Rechnung wären das 873 Yen.

Die Mission lautete „110 Yen probieren“. Unter den ersten fünf Bestellungen waren exakt null 110-Yen-Produkte.

5. Dann eben die 110-Yen-Linie vollständig prüfen

Die nächste Idee liegt auf der Hand: „Wenn wir schon hier sind, probieren wir die 110-Yen-Produkte der Reihe nach.“

In der offiziellen Ankündigung wurden 37 Produkte für 110 Yen genannt. Preise und Verfügbarkeit können je nach Filiale abweichen, daher besteht die praktische Variante darin, die tatsächlich dort angezeigten 110-Yen-Produkte durchzugehen.

Wären alle 37 vorhanden und würde man je eines bestellen, ergäbe sich ein Listenpreis von 4.070 Yen. Mit einer einfachen Reduktion um 10 % entspräche das 3.663 Yen. Das ist kein Mittagessen mehr, sondern eine Vollprüfung der 110-Yen-Produktlinie.

Es gibt allerdings eine Falle: Normaler Lachs kostet nach der Änderung 120 Yen. Für Lachs-Fans dürfte eine strikte „nur 110 Yen“-Regel deshalb sehr schnell scheitern.

Die erste Bestellung hatte das bereits vorgeführt.

6. Urteil: Das Gründungspreis-Plakat ist unschuldig; die zufällige Abfolge ist einfach zu perfekt

Der ursprüngliche Verdacht lautete: „Kura Sushi hatte wegen Chiikawa ein Problem, machte die Preise billiger und tat anschließend so, als sei das die Rückkehr zum Gründungspreis.“

Die Fakten sagen etwas anderes. Die 110-Yen-Änderung wurde am 20. August angekündigt und begann am 4. September. Die Absage der Kooperation folgte am 5. September; der separate 10%-Entschuldigungsrabatt galt anschließend am 6. und 7. September.

Das Urteil lautet daher:

Kura-Sushi-Plakat „Preis aus der Anfangszeit zurück“: freigesprochen.

Aber die Kette 110 Yen starten → Kooperation endet → 10 % Entschuldigung → rechnerisch 99 Yen besitzt eine komische Perfektion, die man absichtlich kaum besser bauen könnte.

Und mitten darin verwandelte sich ein Werktagsmittagessen erst in einen Fünf-Stufen-Lachsvergleich, bevor die ursprüngliche Aufgabe wieder auftauchte: die 110-Yen-Karte zu prüfen.

Die letzte Pointe: Tatsächlich wurden bei diesem Essen nur ungefähr 100 Yen gespart. Das praktische Fazit lautete daher „99 Yen klingt stark, aber für hundert Yen hätte ich lieber die Kooperation behalten.“

Entschuldigung, Plakat. Du warst unschuldig. Jetzt zu den 110 Yen.


Sources / 出典

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