Das neue Haus sieht gut aus: großzügiges Wohnzimmer, Stellplatz, schöne Küche. Zum Bahnhof sind es nur wenige Minuten zu Fuß.
Dann der Preis: etwa 52 Millionen Yen.
Was passiert, wenn man ein einziges Suchkriterium lockert? Muss der Bahnhof wirklich direkt vor der Haustür sein?
Wer auch etwas weiter entfernte Neubauten mit ähnlicher Wohnfläche betrachtet, findet vielleicht ein Haus um 36 Millionen Yen. Die Objekte sind nicht gleich: Grundstück, Ausstattung und Nachbarschaft unterscheiden sich. Im gerundeten Beispiel liegen trotzdem 16 Millionen Yen dazwischen.
1. Auf die Monatsrate umgerechnet wird der Betrag greifbar
Finanziert man die 16 Millionen Yen Differenz über 35 Jahre, zu 1,2 Prozent festem Jahreszins und mit gleichbleibenden monatlichen Raten aus Zins und Tilgung, beträgt der Unterschied rund 46.700 Yen pro Monat. Über die gesamte Laufzeit summiert er sich auf etwa 19,6 Millionen Yen einschließlich Zinsen.
Mancherorts entspricht das ungefähr der Miete für eine kleine Wohnung.
Man wollte zwei Häuser vergleichen und hat plötzlich das Wohnbudget einer weiteren Person gefunden.
Das ist eine Beispielrechnung mit gerundeten Preisen, keine aktuelle Anzeige und kein verbindliches Kreditangebot.
2. Wer Auto fährt, braucht vielleicht keinen Bahnhof um die Ecke
Für tägliche Bahnpendler ist ein kurzer Fußweg Gold wert, besonders bei Regen oder am späten Abend.
Wer meist das Auto nutzt, braucht diesen Vorteil womöglich kaum. Gelegentlich mit dem Fahrrad zum Bahnhof zu fahren, kann reichen.
„Jemand bringt mich schon hin“ ist allerdings nicht kostenlos: Auch die Zeit des Fahrers zählt. Wenn man auf andere angewiesen ist, muss man das gemeinsam vereinbaren.
3. Nicht der gesamte Preisunterschied ist ein Lageaufschlag
Ähnliche Wohnflächen bedeuten nicht gleiche Grundstücke, Zufahrten, Dämmung, Lichtverhältnisse, Hochwasserrisiken oder Bauqualität. Ein bahnhofsnahes Haus kann bei einem späteren Verkauf auch gefragter sein.
Ein vermeintliches Schnäppchen mit unbrauchbarem Stellplatz ist nicht automatisch günstig. Das Gesamtpaket vergleichen und öffentliche Immobilien- und Gefahreninformationen prüfen.[1]
4. Die Kreditrate ist nicht die ganze Rechnung
Steuern, Versicherungen, Reparaturen, Nebenkosten und einmalige Erwerbskosten kommen hinzu.[2] Wer für die abgelegene Lage ein zweites Auto braucht, muss dieses ebenfalls einrechnen.
Entscheidend ist der gesamte Aufwand fürs Leben im Haus, nicht nur der Angebotspreis.
5. Einen schlechten Wochenendausflug korrigiert man schnell. Ein Haus nicht.
Ein Ausflug war enttäuschend? Nächstes Wochenende geht es eben woanders hin.
Bei einem Haus zeigt sich die Fehlentscheidung womöglich erst Jahre später: Der Bahnhof ist zu weit weg, oder man nutzt die teuer bezahlte Nähe praktisch nie.
Verkaufen geht, doch Kosten und schwankende Marktpreise erschweren den Neustart.[2]
Die Reue beim Hauskauf kommt vielleicht spät. Die Raten kommen pünktlich.
Deshalb lohnt es sich, vor der Entscheidung ein Suchkriterium zu lockern und mehrere ähnlich große Neubauten zu vergleichen.
Vielleicht gewinnt die kurze Strecke zur Bahn. Vielleicht mehr Raum oder mehr Geld für Reisen und Hobbys.
Eine Stunde Recherche senkt nicht unbedingt den Kaufpreis. Sie macht aber Möglichkeiten sichtbar, die vorher keine Rolle spielten.
Quellen (2)
- Real Estate Information Library (public transaction and hazard data) reinfolib.mlit.go.jp
- Consumer Financial Protection Bureau consumerfinance.gov
