KI-Automatisierung meldet „Erfolg“, liefert aber nichts – das Attack-on-Titan-Problem

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„Auf zur Mission!“

Eine automatische Anlage soll einen fertigen Artikel entgegennehmen, prüfen und für Leser veröffentlichen. Sie startet, gleicht Listen ab, ordnet alte Einträge, prüft frühere Fassungen und plant den nächsten Durchlauf.

Fleißig ist sie auf jeden Fall.

Dann kommt der Einsatzbericht:

Status: ERFOLG. Neu zur Veröffentlichung weitergeleitete Artikel: 0.

Moment. Hat die Truppe das Tor überhaupt verlassen? Oder war der Tag schon mit dem Ausfüllen des Ausmarschantrags vorbei?

Das erinnert an die Rückkehr des Aufklärungstrupps in Folge eins von Attack on Titan. Der damalige Kommandant Keith Shadis muss eingestehen, dass der Einsatz nicht das erhoffte Ergebnis gebracht hat.[1][2]

Im Original ist das eine tragische Szene, in der Menschen sterben. Ein gestopptes Programm hat selbstverständlich nicht dieselbe Tragweite. Der Vergleich bezieht sich nur auf das Arbeitsmuster: enormer Aufwand, aber das eigentliche Ziel bleibt unerreicht.

Noch kein Titan in Sicht, aber die Verwaltung hat schon gewonnen

Der Auftrag war einfach: Artikel annehmen, überprüfen, online stellen.

Doch vorher muss die Gesamtliste aktualisiert werden. Dann müssen alte Aufzeichnungen übereinstimmen. Frühere Veröffentlichungen werden erneut kontrolliert und die nächsten Aufgaben neu sortiert.

Jeder Schritt kann für sich genommen sinnvoll sein. Wenn aber alles zwingend vor jedem einzelnen Artikel passieren muss, entsteht ein besonderes Problem:

Der Aufklärungstrupp scheitert am Zeitlimit der Einsatzbesprechung.

Bei einem beobachteten Durchlauf verbrauchten Vorbereitung und das Sichern von Verwaltungsdaten so viel Zeit, dass die eigentliche Artikelbearbeitung nicht mehr begann. In anderen Durchläufen kamen Veröffentlichungen durchaus voran. Nicht jeder Einsatz scheitert, aber Nebentätigkeiten können das Ziel verdrängen.

Beim nächsten Ausmarsch ist die Karte von gestern weg

Wenn die Zeit abläuft, sollte der nächste Durchlauf an derselben Stelle weitermachen. Dafür muss der bisherige Stand erhalten bleiben.

Auf einem Ausführungspfad wurden die nötigen Informationen jedoch nicht zuverlässig gespeichert. Selbst die Reihenfolge aufgeschobener Aufgaben konnte verloren gehen.

„Wie weit sind wir gestern gekommen?“

„Die Aufzeichnungen fehlen.“

„Dann überprüfen wir eben wieder den Eingang.“

Vergesst die Titanen. Rettet erst einmal das Archiv.

Einen Auftrag erneut zu starten ist nicht dasselbe, wie ihn irgendwann abzuschließen. Viele Einsätze nützen wenig, wenn die ältesten offenen Aufgaben nie drankommen.

Heil zurück ist nicht gleich Auftrag erfüllt

Dazu kommt das missverständliche Wort „Erfolg“.

Bei Software kann es bedeuten, dass ein Programm ohne unerwarteten Fehler beendet wurde. Auch ein geplanter Abbruch wegen Zeitmangels kann darunterfallen.

Aus Sicht der Maschine mag das stimmen. Für jemanden, der auf den Artikel wartet, ist die entscheidende Frage aber eine andere.

Gestartet? Ja. Listen aktualisiert? Ja. Sauber beendet? Ja.

Ist der neue Artikel jetzt lesbar? Noch nicht.

Speichern, zur Veröffentlichung weitergeben, auf der Webseite anzeigen und die aktuelle Fassung bestätigen: Das sind vier verschiedene Schritte. Ein einziges „Erfolg“ verrät nicht, welcher geschafft wurde.

Weniger neue Truppen, mehr abgeschlossene Einsätze

Man könnte jedes Mal eine weitere KI als Kommandanten einsetzen, die den Fehlschlag untersucht und einen neuen Plan schreibt. Dann wäre die automatische Anlage allerdings ein Büro, in dem der Kommandant jede Nacht Einsatzberichte überarbeitet.

Besser ist ein unspektakulärer Ansatz: einen Artikel tatsächlich bis zum Leser bringen; bei Unterbrechungen den Stand sichern; fehlerhafte Einzelstücke isolieren, statt alle anderen aufzuhalten; unwichtige Verwaltungsarbeit nach hinten verschieben.

Entscheidend ist nicht die Zahl der Ausmärsche, sondern wie viele neue Artikel tatsächlich geöffnet werden können.

Auf dem Bildschirm leuchtet wieder „ERFOLG“.

Schön. Bringt beim nächsten Mal bitte einen Artikel mit – nicht nur den Ausmarschantrag.

Quellen (2)

[1] Offizielle Anime-Webseite zu Attack on Titan, Folge 1.

[2] Japanische Erklärung der bekannten „keine Ergebnisse“-Aussage. Das Technikbeispiel wurde aus anonymisierten Ablaufprotokollen rekonstruiert.

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