Wenn das Prüfen von Links und Schaltflächen in einem Horrorspiel lästig wird, kann daraus trotzdem etwas Nützliches entstehen. Ich ließ mir von KI beim Untersuchen eines japanischen Browser-Horrorspiels helfen und veröffentlichte die Ergebnisse als Lösungsartikel. An einem Tag kam der Beitrag auf 301 Seitenaufrufe. Nebenbei hatte ich aus reiner Begeisterung längst ein eigenes Horrorspiel gebaut.
Ein Horrorspiel gesehen – und sofort selbst eines gebaut
Auslöser war Migiwa Hospital (汀精神病院), ein japanisches Browserspiel, das sich als freundlicher Persönlichkeitstest in einem fiktiven Krankenhaus tarnt. Gerade der Gegensatz zwischen netter Oberfläche und unheimlicher Geschichte machte es interessant.
Ich sah, dass darüber gesprochen wurde, und dachte: Das sieht spannend aus.
Dann folgte der nächste Gedanke:
„Ich will auch ein Horrorspiel machen.“
Also machte ich eines. Keine lange Marktanalyse und keine endlose Planungsrunde. Ich hatte Lust darauf und fing an.
Mein Spiel und Migiwa Hospital sind zwei verschiedene Werke. Anschließend beschäftigte ich mich wieder mit dem Spiel, das den Anstoß gegeben hatte.
Nicht das Monster nervte – sondern das ständige Prüfen der Knöpfe
Bei einem Rätsel im Browser öffnet man Links, probiert Schaltflächen aus und sucht nach Hinweisen. Das Rätseln macht Spaß. Dieselben Kleinigkeiten immer wieder kontrollieren zu müssen, eher weniger.
Deshalb bat ich KI, mir beim Untersuchen der Links und Schaltflächen zu helfen. Die Atmosphäre und das Nachdenken über das Rätsel wollte ich selbst erleben. Das wiederholte Nachsehen durfte ein Werkzeug erleichtern.
Als die Ergebnisse geordnet vorlagen, fiel mir etwas auf:
„Moment. Daraus könnte man doch eine Lösungshilfe machen!“
Die Stelle, an der ich hängen geblieben war, könnte auch andere Spieler beschäftigen.
Schnell veröffentlicht – und tatsächlich gelesen
Ich machte aus den Notizen einen Guide zu Frage 24 von Migiwa Hospital. Darin stehen die Eingabe für einen späten Abschnitt, ein früherer Hinweis und beobachtete Ergebnisseiten. Eine Lösung aus einem dokumentierten Durchlauf wird nicht als garantiert gültige Antwort für alle dargestellt.
Am 14. Oktober 2026, nach japanischer Zeit, erhielt der Beitrag 301 Seitenaufrufe. Bei 189 Aufrufen war eine Google-Domain als Herkunft verzeichnet. Die gesamte Website kam an diesem Tag auf 847 Seitenaufrufe.
Seitenaufrufe sind weder einzelne Menschen noch gespielte Partien. Und aus diesem einen Tag lässt sich nicht ableiten, dass allein die KI den Anstieg verursacht hat. Das Interesse am Spiel, der Veröffentlichungszeitpunkt und die konkrete Antwort können ebenfalls eine Rolle gespielt haben.
Fest steht: Was ich aus Bequemlichkeit untersuchen ließ, war für andere lesenswert.
Da war ja noch mein selbst gebautes Horrorspiel
Dann erinnerte ich mich: Ich hatte inzwischen ein eigenes Horrorspiel!
Weil bereits Menschen mit Interesse an Browser-Horror auf den Guide kamen, ließ ich eine Möglichkeit vorbereiten, sie von dort auf mein Spiel hinzuweisen.
Aus einem spontanen „Das will ich auch machen“ waren Entwicklung, Recherche, Schreiben, Veröffentlichung und die Vorbereitung einer Empfehlung geworden.
Eine geplante Verlinkung ist noch kein gemessener Klick und erst recht keine gespielte Partie. Das müsste man gesondert erfassen.
Mein Hobby hatte plötzlich fünf Abteilungen eröffnet. Das Personal bestand weiterhin aus einer Person.
Wie daraus ein brauchbarer Guide wird
Wichtig ist zuerst eine Frage, die beim Spielen wirklich aufgetaucht ist. Die KI kann Links, Schaltflächen und Auswahlmöglichkeiten ordnen. Die Aussagen sollten anschließend mit dem Spiel oder zuverlässigen Spielaufzeichnungen überprüft werden.
Im Artikel gehört die gesuchte Antwort nach vorn. Nicht überprüfte Wege werden klar eingegrenzt. Nach der Veröffentlichung sollte man Seitenaufrufe und Klicks auf ein anderes Spiel getrennt betrachten.
Und was daran soll bitte faul sein?
Ein interessantes Horrorspiel entdeckt. Selbst eines gebaut. Das Original gespielt. Mit KI recherchiert. Einen Guide geschrieben. Sofort veröffentlicht. Die Aufrufe geprüft und auch noch an Werbung fürs eigene Spiel gedacht.
Lästig war mir nur das wiederholte Öffnen derselben Links und das händische Testen jedes einzelnen Knopfs.
Die eingesparte Zeit hätte ich zum Ausruhen nutzen können.
Stattdessen habe ich damit noch mehr angefangen.
Wenn das Faulheit ist, braucht Fleiß dringend einen neuen Namen.


