Ja. In Japan gibt es erotische Dienstleistungen speziell für Kundinnen. Sie werden häufig Jofu (女風) genannt, eine japanische Kurzform für Erwachsenenangebote für Frauen. Männliche Dienstleister, oft als „Therapeuten“ bezeichnet, werden für Termine im Hotel oder an einem anderen vereinbarten Ort gebucht. Je nach Anbieter können Gespräche, Massagen, Gesellschaft, intime Berührungen oder einvernehmliche sexuelle Dienstleistungen dazugehören. Sogar Werbeeinträge für auf Cunnilingus spezialisierte Angebote sind dokumentiert. [1][2]
Die Frage liegt nahe: Japan hat sogenannte Pink Salons, die sich an Männer richten und mit Oralverkehr verbunden sind. Wo ist der Laden, bei dem Kundschaft und Personal einfach die Rollen tauschen? Die Antwort steckt vor allem in der Geschäftsform.
Was wird bei Jofu eigentlich gebucht?
Kundinnen wählen einen Termin und bei manchen Betrieben auch eine bestimmte Person. Die Leistungen richten sich nach dem Angebot und den Grenzen, auf die sich beide Seiten einigen. Einige Anbieter betonen sinnliche Massagen, andere bieten Gespräche, Gesellschaft oder Verabredungen. Das Wort Jofu allein verspricht keine bestimmte sexuelle Handlung. [1]
Ein Pink Salon ist dagegen ein spezielles japanisches Ladenformat, bei dem weibliches Personal männlichen Kunden typischerweise Oralverkehr anbietet. Die Geschlechter gedanklich zu vertauschen ergibt eine verständliche Frage, aber kein identisches Geschäftsmodell.
Gibt es Angebote speziell für Cunnilingus?
Mindestens ein entsprechender Werbeeintrag lässt sich belegen. Ein japanisches Branchenverzeichnis stellte den mobilen Dienst „Muffin“ aus Fukuoka als auf Cunnilingus für Frauen spezialisiert vor. Der Eintrag wurde am 22. September 2026 aktualisiert. [2]
Das belegt, dass eine solche Spezialisierung beworben wird. Es bestätigt weder eine aktuell freie Buchung noch ein einheitliches Angebot aller Mitarbeiter. Ob der Betrieb noch Termine annimmt, welche Leistungen er genau anbietet und welche Gebühren anfallen, muss anhand aktueller Angaben geprüft werden. Auch andere Jofu-Betriebe können völlig andere Menüs haben.
Aus „Gibt es das überhaupt?“ wird schnell „Moment, sogar als Spezialgebiet?“.
Wie teuer wird es am Ende?
Ein Preisratgeber aus der Branche nennt als Beispiel 15.000 bis 20.000 Yen für einen Basistermin von 120 Minuten. Kosten für eine bestimmte Person, Anfahrt und Hotelzimmer können hinzukommen. [3]
Die groß gedruckte Zahl auf der Werbeseite ist also nicht immer die Endsumme. Eigentlich wollte man nur wissen, ob es die Dienstleistung gibt – plötzlich liest man das Kleingedruckte zur Hotelrechnung. Sinnvoll ist der Vergleich der Gesamtkosten.
Schon 1994 gab es einen „umgekehrten Soapland“
Die Idee ist älter als viele vermuten. Laut einem Bericht, der auf Interviews beruht, eröffnete 1994 in Tokios Stadtteil Yoshiwara ein Angebot für Frauen namens Queen, beschrieben als „umgekehrter Soapland“. Der Betrieb schloss innerhalb eines Jahres. CC.Club in Fukuoka wurde 2007 eröffnet und bestand ungefähr neun Monate. [4]
Befragte erklärten, dass manche Frauen den Gang in ein Gebäude eines traditionellen Rotlichtviertels scheuten und dass männliche Angestellte schwer zu finden waren. Diese Aussagen betreffen konkrete Betriebe und belegen keine allgemeingültige Ursache für die Entwicklung des gesamten Marktes.
Was im Internet nach einer neuen Idee klingt – „Warum drehen wir die Rollen nicht einfach um?“ –, wurde bereits vor über dreißig Jahren mit einem echten Ladenschild ausprobiert.
„Warum zahlen, wenn Männer es kostenlos anbieten würden?“
Diese Vermutung taucht in Online-Kommentaren auf. Doch eine spontane Einladung und eine Buchung mit auswählbarer Person, festem Zeitpunkt, bekanntem Ort, transparentem Preis und vereinbarten Grenzen sind nicht automatisch gleichwertig.
Die Möglichkeit zur Auswahl und Planung kann zum bezahlten Angebot gehören. Das ist eine Überlegung zur Geschäftsform, keine Umfrage über die Motive aller Kundinnen oder eine Messung der Marktgröße.
Was muss man zu Recht und Gesundheit wissen?
Für bestimmte mobile sexuelle Dienstleistungen gibt es in Japan Meldepflichten und Betriebsregeln. Welche Vorschriften gelten, hängt von der tatsächlichen Tätigkeit ab. [5] Vor einer Buchung sollten Gesamtpreis, Leistungsumfang, Ablehnungs- und Abbruchmöglichkeiten, Stornierungsbedingungen, Privatsphäre und Hygiene geklärt werden.
Auch Oralverkehr kann sexuell übertragbare Infektionen übertragen. Das japanische Gesundheitsministerium erklärt mögliche Übertragungen zwischen Mund, Rachen und Genitalien. Die US-Behörde CDC nennt Schutzbarrieren wie Lecktücher als Mittel zur Verringerung des Risikos. [6][7] Aus Geruch oder Aussehen lässt sich der Infektionsstatus nicht zuverlässig ablesen.
Fazit: Aus der Ladentür wurde ein Buchungsfenster
Erotikdienste für Frauen gibt es in Japan. Spezielle Cunnilingus-Angebote werden öffentlich beworben, und schon 1994 wurden Geschlechterrollen in tatsächlichen Ladenbetrieben umgekehrt.
Wer heute nur eine spiegelverkehrte Pink-Salon-Leuchtreklame sucht, übersieht womöglich den Zugang. Der erste sichtbare Eingang ist häufig eine Buchungsseite auf dem Smartphone.
Quellen (1)
[1] Erläuterung zu Jofu durch einen japanischen Anbieter [2] Verzeichniseintrag einer beworbenen Spezialisierung [3] Preise und zusätzliche Gebühren [4] Reportage zur Geschichte der Betriebe für Frauen [5] Japanisches Recht für einschlägige Geschäfte [6] Japanisches Gesundheitsministerium: Oralverkehr und Infektionen [7] CDC: STI-Risiko bei Oralverkehr
