Tsu hat ein unterhaltsames Größenproblem.
Für Tsu Gyoza wird eine 15 Zentimeter große Teighülle verwendet. Die Mieido-Halle des Senjuji umfasst 725 Tatami. Das im MieMu rekonstruierte Urzeit-Elefantenmodell Miezou ist rund acht Meter lang und vier Meter hoch. Und mitten in all dem ist ausgerechnet das in Tsu entstandene Tenmusu klein.
Auf dem Papier kann ein erster Besuch sehr ernst aussehen: Tempel, noch ein Tempel, Museum. Sobald lokales Essen dazukommt, wird die Route jedoch überraschend abwechslungsreich: Geschichte, riesige Holzarchitektur, Paläontologie, B-Küche aus der Schulspeisung und eine berühmte Spezialität, die viele einer anderen Stadt zuschreiben.
1. Die einfache Formel: in Daimon beginnen, dann nach Norden
Beginnen Sie in Daimon im Zentrum von Tsu.
Besuchen Sie Tsu Kannon, gehen Sie zu Senju und holen Sie originales Tenmusu, essen Sie Tsu Gyoza zum Mittag, fahren Sie anschließend zum Takada Honzan Senjuji und schließen Sie den Tag im Präfekturmuseum MieMu ab.
Die Reihenfolge ist sinnvoll: Mieido und Nyorai-do im Senjuji schließen um 15:30 Uhr, während die Ausstellungsräume des MieMu bis 17:00 Uhr geöffnet sind; letzter Einlass ist 16:30 Uhr.[1][2]
2. Tsu Kannon: zuerst das Gefühl einsammeln, wirklich in Tsu zu sein
Der Tourismusverband von Tsu stellt Tsu Kannon zusammen mit Asakusa Kannon und Osu Kannon als einen der „Drei Kannon Japans“ vor. Der offizielle Name lautet Enichizan Kannonji Daihoin; die Gründung wird traditionell auf das Jahr 709 datiert.[3]
Man muss hier keinen halben Tag verbringen. Als kurzer historischer Auftakt im Stadtzentrum funktioniert der Ort hervorragend.
Außerdem liegt Senju, die Geburtsstätte des Tenmusu, sehr nah. Die offizielle Modellroute nennt etwa drei Minuten Fußweg.[4]
3. Original-Tenmusu: sieht nach Nagoya aus, wurde aber in Tsu geboren
Tenmusu wird stark mit Nagoya verbunden.
Nach Angaben des Tourismusverbands entstand es jedoch bei Senju in Daimon. Um 1955, als das Geschäft noch ein Tempura-Restaurant war, legte die frühere Betreiberin für das Mittagessen ihres Mannes ein Stück Garnelen-Tempura in ein Reisbällchen. Um 1978 kam eine Filiale in Nagoya hinzu, wo das Gericht danach weit verbreitet wurde.[4]
Kurz gesagt:
Künstlername: Spezialität aus Nagoya
Geburtsurkunde: Tsu
Die Stücke sind klein und eignen sich sowohl als Ergänzung zum Mittagessen als auch zum Mitnehmen.
4. Tsu Gyoza: Bei 15 Zentimetern beginnt die Definition von „Gyoza“ zu wackeln
Tsu Gyoza entstand als Schulessen. Die Füllung wird in eine 15 Zentimeter große Hülle gepackt und frittiert. Der Tourismusverband nennt ungefähr 30 Betriebe in und um Tsu, die das Gericht anbieten.[5]
Wer an kleine gebratene Gyoza denkt, muss beim Servieren möglicherweise seine Kategorie aktualisieren.
Auch die Füllungen unterscheiden sich je nach Betrieb, wodurch auf einem gemeinsamen Grundformat zahlreiche Varianten entstehen.
Beim ersten Besuch kann Tsu Gyoza ruhig die Hauptrolle beim Mittagessen übernehmen. Wer Tenmusu und Mittagessen gleichzeitig maximal ernst nimmt, könnte den Nationalschatz am Nachmittag eher als Kampf gegen Müdigkeit erleben.
5. Senjuji: Der „zweite Tempel“ ist plötzlich riesig
Auf dem Plan klingt Tsu Kannon gefolgt von einem weiteren Tempel zunächst sehr traditionell.
Senjuji verändert diesen Eindruck.
Es ist der Haupttempel der Takada-Schule des Shin-Buddhismus. Nyorai-do und Mieido waren die ersten Gebäude der Präfektur Mie, die als Nationalschatz ausgezeichnet wurden. Das Mieido umfasst 725 Tatami und ist laut Tempel die fünftgrößte hölzerne Nationalschatz-Architektur Japans.[1]
Das ist kein kleiner lokaler Tempelstopp. Der Raum korrigiert die Erwartungen.
6. MieMu: ein öffentliches Museum mit einem acht Meter langen Urzeitelefanten
MieMu verbindet Natur, Geschichte und Kultur der Präfektur Mie.
Eines der Wahrzeichen ist Miezou, ein prähistorischer Elefant, dessen Fossilien in Mie gefunden wurden. Das Museum zeigt Japans erste vollständige Skelettrekonstruktion; das Tier wird auf rund acht Meter Länge und vier Meter Höhe geschätzt.[2]
Der Tag entwickelt sich damit zu:
15-cm-Gyoza → 725-Tatami-Nationalschatz → 8-m-Elefant
Stand 20. September 2026 kostet die Grundausstellung für Erwachsene 520 Yen. Die Ausstellungsräume sind von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, letzter Einlass 16:30 Uhr; montags ist in der Regel geschlossen, bei einem Feiertag am Montag am darauffolgenden Tag.[2]
7. Oyatsu Town funktioniert besser als eigene Route
Oyatsu Town, der Baby-Star-Ramen-Themenpark, ist ebenfalls ein bekannter Ort in Tsu. Er liegt jedoch in Morimachi, etwa fünf Autominuten vom Hisai IC entfernt und damit außerhalb der Achse Zentrum–Senjuji–MieMu.[6]
Besser einen eigenen Tag oder Schwerpunkt daraus machen, als alle bekannten Orte zwanghaft in eine Route zu drücken.
8. Ein Tagesmodell für Erstbesucher
Vormittags Daimon: Tsu Kannon und Tenmusu. Mittags Tsu Gyoza. Früher Nachmittag Senjuji vor 15:30 Uhr. Danach MieMu mit Miezou sowie Natur- und Kulturgeschichte von Mie.
So wird der Tag weder „nur Tempel“, noch „nur Museum“, noch „nur Essen“.
9. Fazit: Tsu wird besser, je mehr „Moment mal?“ sich ansammelt
„War Tenmusu nicht aus Nagoya?“
„Warum ist dieses Gyoza so groß?“
„Warum ist dieser Tempel so groß?“
„In Mie gab es so einen Elefanten?“
Für den ersten Besuch: Tsu Kannon, originales Tenmusu, Tsu Gyoza, Senjuji und MieMu.
Am Ende erscheint das Muster:
In Tsu ist meistens irgendetwas riesig.
Außer dem Tenmusu.
Quellen
- Takada Honzan Senjuji: https://www.senjuji.or.jp/about/facility/ senjuji.or.jp
- Präfekturmuseum MieMu: https://www.bunka.pref.mie.lg.jp/MieMu/82536046493.htm bunka.pref.mie.lg.jp
- Tourismusverband Tsu, Tsu Kannon tsukanko.jp
- Tourismusverband Tsu, Senju tsukanko.jp
- Tourismusverband Tsu FAQ, Tsu Gyoza tsukanko.jp
- Oyatsu Town, Anfahrt oyatsu-town.com
