Veröffentlichen ist nicht dasselbe wie gefunden werden
Stellen wir uns eine Buchhandlung mit 16.000 Büchern vor. Draußen fehlt das Schild, zwischen den Regalen gibt es nur Sackgassen. Der Inhaber feiert seinen Bestand, während die Kundschaft nach dem Notausgang sucht.
Damit ein Artikel Menschen über die Suche erreicht, muss Google ihn zunächst entdecken, in die Ergebnisse aufnehmen und bei einer passenden Frage zeigen. Erst dann kann jemand klicken und lesen. Die Menge der veröffentlichten Seiten löst diese Aufgaben nicht automatisch.
450 Besuche in zehn Tagen: schlecht für den vierten Monat?
Bei einem nicht näher benannten mehrsprachigen Angebot wurden vom 1. bis zum 10. Oktober rund 450 vermutlich menschliche Besuche gezählt. Das sind durchschnittlich 45 täglich und bei unverändertem Tempo etwa 1.395 in einem Monat mit 31 Tagen. Ein Besuch ist nicht immer eine eigene Person, und auch das Erkennen von Bots ist nicht fehlerfrei.
Im vierten Monat ist das weder ein großer Durchbruch noch ein sicherer Misserfolg. Entscheidend ist, ob sich die Zahlen gegenüber den Vormonaten bei gleicher Messweise entwickeln. Ein Anstieg von drei auf 45 Besuche täglich wäre erfreulich, monatelanger Stillstand dagegen nicht. Niedrige laufende Kosten lassen mehr Raum für Versuche. Automatisch geschriebene Texte werden dadurch aber nicht automatisch lesenswert.
21 Klicks plus 50 Aufrufe ergeben keine 71 neuen Menschen
Vor dem 25. September kamen über die Google-Suche ungefähr null bis ein Klick pro Tag. Nach dem Einreichen einer Seitenübersicht stieg die Zahl; später wurden etwa 21 Klicks täglich beobachtet. Eine andere Auswertung zeigte rund 50 externe Artikelaufrufe am Tag.
Diese Zahlen darf man nicht einfach addieren. Ein Suchklick, ein Seitenaufruf und ein Besuch werden unterschiedlich erfasst und können dasselbe Verhalten beschreiben. Dass die Zunahme auf das Einreichen der Übersicht folgte, beweist nicht, dass dies allein die Ursache war.
Sinnvoller ist eine klare Folge: in Suchergebnissen erscheinen, angeklickt werden, gelesen werden und weitere Artikel erschließen. Äpfel und Kassenzettel zählen schließlich auch nicht als dieselbe Obstsorte.
16.087 Seiten veröffentlicht, nur 2.690 bei Google erfasst
Bei einer Bestandsaufnahme waren 16.087 Seiten veröffentlicht. Davon hatte Google 2.690 aufgenommen, also rund 17 Prozent. Die übrigen 13.397 fehlten. Außerdem wurden etwa 91 Prozent der Seiten im Beobachtungszeitraum kein einziges Mal in Suchergebnissen gezeigt. Das ist nicht dasselbe: Auch eine erfasste Seite kann ohne Anzeige bleiben.
Viele fremdsprachige Fassungen erschienen erst zwischen dem 1. und 5. Oktober. Am 10. Oktober waren sie gerade fünf bis neun Tage alt. Daraus lässt sich noch kein endgültiges Urteil ableiten. Ältere Seiten können sich dagegen nicht ewig auf ihr jugendliches Alter berufen.
Die Gründe müssen getrennt werden: noch nicht entdeckt, entdeckt aber nicht besucht, besucht aber nicht aufgenommen, eine andere Adresse als Hauptfassung gewählt, zu wenig Suchnachfrage oder zwar gezeigt, aber nicht angeklickt. Auch interne Links und die Zuordnung der Sprachfassungen gehören zur Prüfung. „Google hat schlechte Laune“ ist kein Befund.
Die wenigen Gewinner beantworten konkrete Fragen
In einer Auswertung über 28 Tage wurden 165 Seiten mindestens zehnmal in Suchergebnissen angezeigt; nur acht schafften mindestens hundert Anzeigen. Auf die 165 Seiten entfielen ungefähr 60 Prozent aller Klicks.
Auffällig waren Artikel, die den Namen eines Werks mit einer bestimmten Frage verbanden: etwa Chiikawa, Re:Zero, Mushoku Tensei oder VIVANT. Wer eine Szene nicht verstanden hat, sucht eher nach „Warum macht die Figur das?“ als nach „philosophische Reflexion über Erzählstrukturen“.
Von 20 geprüften japanischen Überschriften enthielten 14 keine Formulierungen, nach denen Leser wahrscheinlich suchen würden. Das ist ein Hinweis aus einer kleinen Stichprobe, keine sichere Quote für die ganze Website. Eine Überschrift soll eine konkrete Antwort versprechen, ohne Suchwörter wahllos aneinanderzureihen. Tiefere Essays können über passende Einstiegsartikel gefunden werden.
Zwölf Sprachen – und überall schaut noch das Japanische durch
Ein Verbot wortwörtlicher Übersetzungen auf Papier hilft wenig, wenn die fertigen Fassungen niemand auf natürliche Sprache prüft. Eine elegante Überschrift mit holprigem Haupttext ist wie eine edle Speisekarte für halbgares Essen.
Der Anteil der Klicks an den Suchanzeigen lag in einer Messung bei ungefähr 3,8 Prozent für Japanisch und 0,68 Prozent für Englisch. Das allein beweist keinen Übersetzungsfehler als Ursache. Suchanfragen, Länder, Platzierungen und Geräte unterscheiden sich möglicherweise. Zudem kann Google den kurzen Beschreibungstext aus dem eigentlichen Artikel zusammenstellen.
Fakten, Zahlen, Quellen und Unsicherheiten bleiben erhalten. Formulierungen, Einstieg, Gliederung, Beispiele und Witze müssen für jede Sprache neu gestaltet werden. Wenn ein japanisches Wortspiel drei erklärende Absätze braucht, darf es gerne in den Ruhestand.
Mehr Anfragen an Google sind noch kein Plan
300 Prüfbitten am Tag und anschließend immer mehr bis zur Grenze sehen nach harter Arbeit aus. Wiederholte Bitten für dieselbe Adresse beschleunigen die Prüfung aber nicht und garantieren keine Aufnahme. Für gewöhnliche Artikel sind eine saubere Seitenübersicht und nachvollziehbare Links zwischen den Inhalten zunächst wichtiger.
Googles spezieller Meldedienst gilt nur für bestimmte Stellenanzeigen und ausgewählte Seiten mit Livevideos. Er ist keine Hintertür für beliebige Texte. Die Aussage „doppelt so viele erfasste Seiten bringen täglich zwanzig zusätzliche Klicks“ bleibt ebenfalls eine Vermutung. Wenn niemand danach sucht, hilft auch die schönste Verdopplung nicht.
Google warnt davor, massenhaft Seiten ohne zusätzlichen Nutzen zu erzeugen: Das kann gegen die Regeln für unerwünschte Suchinhalte verstoßen. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern der Wert für Leser. Vertrauen fällt nicht fertig vom Fließband.
Was sollte zuerst verbessert werden?
Zunächst jede Sprachfassung vollständig prüfen: Überschrift, Einstieg, Zwischenüberschriften, Kurzbeschreibung und Text. Dann isolierte Seiten miteinander verbinden. Eine andere Prüfung hatte ungefähr 14.200 Seiten ohne interne Verlinkung gefunden. Da die Zahlen aus unterschiedlichen Zeitpunkten stammen, dürfen sie nicht direkt mit dem aktuellen Fehlbestand verrechnet werden.
Anschließend die verschiedenen Gründe für fehlende Aufnahme getrennt beheben. Zuletzt Artikel überarbeiten, die für echte Suchanfragen bereits angezeigt, aber kaum angeklickt werden. Ein Treffer auf den Plätzen fünf bis zehn ohne Klicks kann interessant sein, solange genügend Anzeigen für eine faire Bewertung vorliegen. Die Überschrift darf nichts versprechen, was der Text nicht erklärt.
Wirkung prüfen und nachdenkliche Texte behalten
Vergleichen sollte man ähnliche Seiten vor und nach der Änderung, möglichst innerhalb derselben Sprache, desselben Landes, desselben Gerätetyps und ähnlicher Platzierungen. Einige vergleichbare Seiten bleiben unverändert. Nach 14 und 28 Tagen ist eine erste Prüfung sinnvoll; manche Änderungen brauchen länger.
Wichtig sind nicht nur aufgenommene Seiten, sondern tatsächliche Suchanzeigen, Klicks, Besuche, weitere gelesene Artikel und noch vorhandene Sprachprobleme. Eine konkrete Frage kann den Eingang bilden, eine tiefere Analyse den eigentlichen Aufenthaltsraum. Ein Haus braucht eine Haustür, muss aber nicht vollständig aus Haustüren bestehen.
Fazit: Was steckt eigentlich in den Kartons?
450 Besuche in zehn Tagen im vierten Monat bedeuten: Menschen finden bereits etwas. Jetzt zählt, ob mehr Artikel entdeckt werden, Fragen wirklich beantworten und in jeder Sprache natürlich klingen.
Eine Fabrik mit 16.000 Kartons ist beeindruckend. Leser wollen nur den richtigen Karton finden – und darin mehr als Luft entdecken.

