Magnetilos einzelnes Auge sitzt plötzlich auf dem Körper von Pinsir, und das Ergebnis heißt Korosu. Zeichnet jemand all diese kuriosen Kombinationen von Hand? Malt bei jedem Klick eine Bild-KI ein neues Monster?
Bei der ursprünglichen Pokémon-Fusion-Website war der Trick deutlich einfacher: Ein Programm setzte vorhandene Pixelbilder aus einzelnen Teilen zusammen.
Entwickler Alex Onsager erklärte die Methode in einem Interview, das ursprünglich 2013 erschien. Es gab zwei zentrale Aufgaben: den Kopf eines Pokémon vergrößern oder verkleinern und an der passenden Stelle auf den Körper eines anderen setzen. Danach wurden die Farben des Körpers an die Farben des Kopfes angepasst. Sobald Bilder und Positionsangaben vorbereitet waren, konnte der Vorgang automatisch wiederholt werden.
Niemand musste jede Kombination neu malen. Stattdessen bereitete man Köpfe, Körper und Informationen zur Platzierung vor. Die Software setzte immer wieder neu zusammen. Und schon wohnte ein metallisches Auge auf dem Körper eines muskulösen Käfers. Ob die ursprünglichen Pokémon diese Wohngemeinschaft wollten, fragte niemand.
Auch Namen lassen sich nach festen Regeln kombinieren. Der japanische Name コイル von Magnetilo liefert コ; der japanische Name カイロス von Pinsir liefert ロス. Zusammen entsteht コロス, Korosu, ausgesprochen wie das japanische Verb „töten“. Die Software hält nicht inne und fragt: „Ist dieser Name vielleicht eine Spur zu bedrohlich?“
Eine solche Website kann fertige Mischbilder im Voraus berechnen und speichern oder die Bildteile erst zusammenfügen, wenn jemand ein Paar auswählt. Beides ist ohne eine neue KI-Bildgenerierung pro Klick denkbar. Welche Technik der heutige PokeNavi-Generator tatsächlich verwendet, ist jedoch nicht bestätigt. Die beschriebenen Schritte stammen aus dem älteren, eigenständigen Projekt.
Das Geniale ist nicht ein perfekt gemaltes Monster. Es ist ein simples System, das immer neue, völlig unvorhersehbare Ungeheuer hervorbringt.
Quellen: Interview mit dem ursprünglichen Entwickler · PokeNavi-Fusionsgenerator
