Das Geschenk machte einen früheren Spottnamen für Spaniens Regierungschef zur greifbaren Pointe. Am 22. Oktober 2026 war Pedro Sánchez in der humorvollen Talkshow La Revuelta des Senders RTVE zu Gast. Er schenkte Moderator David Broncano eine Keksdose in Hundeform und steckte sich einen Anstecker mit der Aufschrift „Perro Sanxe“ an.
Was bedeutet „Perro Sanxe“?
Das spanische Wort perro heißt Hund. Sanxe ist eine absichtlich verfremdete Internetschreibweise von Sánchez. Ursprünglich nutzten politische Gegner den Namen abwertend. Anhänger machten daraus mit Hundebildern und Wortspielen ein Meme, das im spanischen Wahlkampf 2023 auch liebevoll verwendet wurde. Über den allerersten Ursprung gibt es unterschiedliche Berichte, deshalb lässt sich kein eindeutiger Erfinder benennen.
Auch Sánchez' Partei PSOE griff den Witz auf. Euronews berichtete im Mai 2024 über die Verwendung in der digitalen Wahlkampfkommunikation. Am Welthundetag, dem 21. Juli 2026, veröffentlichte die Partei erneut das Bild eines Hundes mit „Perro Sanxe“ auf seiner Weste. Der Fernsehauftritt knüpfte an diese Vorgeschichte an.
Was passierte im Studio?
Bei La Revuelta bringen Gäste traditionell Geschenke für Broncano mit. Sánchez überreichte zuerst ein Schachspiel, passend zum Hobby des Moderators. Mitarbeiter Ricardo Castella witzelte, beim Schach gehe es darum, den König zu beseitigen. Ein solches Geschenk von einem Regierungschef könne Schlagzeilen erzeugen. Gemeint war das Wortspiel zwischen Schach und Politik.
Danach kam ein weißer Hund mit rotem Umhang zum Vorschein, der als Keksbehälter dient. Zeitgenössischen Berichten zufolge spielte beim Öffnen „Who Let the Dogs Out“. Darin steckte ein „Perro Sanxe“-Anstecker, den Sánchez anlegte. RTVE stellte einen offiziellen, 11 Minuten und 53 Sekunden langen Clip über die Geschenke bereit.
Warum funktioniert der Gag, und warum gerade jetzt?
Die Pointe wird dreimal gesteigert: Ein Politiker, der als Hund beschimpft wurde, bringt selbst einen Hund mit. Der spielt ein Lied über Hunde. Und schließlich taucht sein Spitzname auf einem Anstecker auf. Digitaler Spott wird zur Requisite mit Soundeffekt. Wer einen Spottnamen selbst verwendet, kann dessen Bedeutung mitprägen. Das Gelächter im Studio ist jedoch kein Beleg für politische Zustimmung.
Die Sendung lief am 22. Oktober, wenige Wochen vor der für den 29. November angesetzten spanischen Parlamentswahl. RTVE veröffentlichte den Ausschnitt; spanische Medien griffen ihn am 22. und 23. Oktober auf. Nachweisbar ist damit vor allem Aufmerksamkeit in Spanien, keine weltweite Meme-Welle. Die Beschreibung beruht auf der offiziellen Clip-Ankündigung und Berichten, nicht auf einer behaupteten vollständigen Sichtung.
Fazit
„Perro Sanxe“ wandelte sich vom abwertenden Spitznamen zum Meme, das Sánchez selbst aufgreift. Die singende Hunde-Keksdose samt Anstecker macht diesen Wandel sichtbar: Der politische Spott kommt plötzlich in Geschenkverpackung.




