Ein sagenhafter Kämpfer hat einst einen Gott besiegt und erwacht im Körper eines schwerkranken kleinen Adelsmädchens. Was entsteht bei „legendärer Krieger“ sofort im Kopf? Ein alter Meister mit weißem Bart? Ein narbenübersäter Muskelberg, der seit fünfzig Jahren nur trainiert?
Dann sieht man den Anime Nia Liston und denkt: Moment mal, die Heldin aus ihrem früheren Leben war ebenfalls eine Frau? Sie wirkt auf dem Bildschirm sogar jung. Der alte Haudegen aus unserem Kopfkino wurde offenbar noch vor Drehbeginn umbesetzt.
Die offizielle Geschichte sprach nie von einem alten Mann
Schon die japanische Verlagsbeschreibung bezeichnet die Heldengestalt, die einen Gott besiegt hat, als Frau. Der Anime hat keine nachträgliche Geschlechterwendung erfunden.
Die Kriegerin war so mächtig, dass sie bis zu ihrem Lebensende keinen Gegner fand, der sie hätte besiegen können. Dann erwacht sie im Körper von Nia Liston, einem kranken kleinen Adelsmädchen, das beinahe stirbt. Andere würden ihre zweite Chance feiern. Sie fragt sich lieber, ob sie diesmal endlich jemanden findet, gegen den sich ein Kampf lohnt.
„Einen Gott besiegt“ steht im Lebenslauf, aber „noch nicht genug gekämpft“ unter den offenen Wünschen. Was soll man darauf antworten?
Wichtig ist die Unterscheidung: Dass die frühere Heldin weiblich war, ist offiziell belegt. Ob man ihre Darstellung im Anime als die einer hübschen jungen Frau empfindet, ist eine Frage des Eindrucks und kein zusätzlicher Satz aus der Verlagsbeschreibung.
Sobald sie gesund wird, ist sie doch nur noch ein übermächtiges Mädchen?
Der Anfang lebt von einem herrlichen Widerspruch: Eine nahezu unbesiegbare Seele steckt in einem Körper, der kaum durchhält. Mit ihrer Genesung wird dieser Gegensatz schwächer. Auf den ersten Blick könnte daraus eine ganz normale Geschichte über eine viel zu starke junge Heldin werden.
Aber Nias seltsame Seite liegt tiefer. Sie sucht immer noch nach einem würdigen Gegner und muss gleichzeitig zur Schule, als junge Adlige leben und bei Auftritten mithelfen, die magische Bildübertragung bekannt machen sollen.
Ihr Körper kann gesund werden. Ihre Kampflust hat offenbar keine Heilung nötig – jedenfalls findet sie das.
Es ging also nie um einen alten Mann, der als Mädchen wiedergeboren wird. Hier bekommt eine Göttertöterin ein zweites Leben und möchte damit vor allem eines: endlich wieder kämpfen.
Offizielle Quellen:
