Attack on Titan: Eren sieht Grishas Vergangenheit – wie kann Grisha dann Erens Zukunft sehen?

Widerspricht die Zukunftserinnerung des Angriffstitans der Reise von Eren und Zeke durch Grishas Erinnerungen?

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Beschreibung: Widerspricht die Zukunftserinnerung des Angriffstitans der Reise von Eren und Zeke durch Grishas Erinnerungen? Eine Erklärung zu den Pfaden, Historias Hand und der Zeitschleife. Mit Spoilern bis zum Finale.

Der Angriffstitan kann Erinnerungen zukünftiger Träger sehen. Das klingt nach einer geradezu unverschämt mächtigen Fähigkeit für einen dramatischen Protagonisten. Doch Eren schaut sich mit Zeke die Vergangenheit seines Vaters an. Moment: War die Spezialfähigkeit nicht der Blick nach vorn? Warum gibt es plötzlich auch die komplette Familienrückblende?

Der entscheidende Unterschied: Erinnerungen früherer Titanträger zu erben und als Angriffstitan Erinnerungen späterer Träger zu sehen sind zwei verschiedene Mechanismen. Die Reise durch Grishas Vergangenheit hängt außerdem mit den Pfaden und dem Urtitan zusammen.

Erinnerungen führen in zwei Richtungen

Wer einen der Neun Titanen erbt, kann Erinnerungsfragmente früherer Träger erhalten. Grisha erklärt, dass der Angriffstitan zusätzlich Erinnerungen späterer Erben erblicken kann. Dabei erhält niemand eine vollständige Suchmaschine für sämtliche Ereignisse der Zukunft. Die Bilder bleiben lückenhaft.

Dass Eren in die Vergangenheit und Grisha in die Zukunft blickt, ist also kein Widerspruch.

Zekes Familienuntersuchung geht gründlich nach hinten los

In Kapitel 120 und 121 führt Zeke Eren durch Grishas Erinnerungen. Er will beweisen, dass ihr Vater Eren manipuliert hat. In der Kapelle der Familie Reiss zeigt sich jedoch, dass der Eren aus der Zukunft den zögernden Grisha dazu drängt, den Urtitan an sich zu reißen.

Die Brüder müssen dafür nicht körperlich in der Vergangenheit stehen. Sie betrachten Erinnerungen in den Pfaden. Grisha kann Zeke offenbar erkennen, weil er möglicherweise die Perspektive des zukünftigen Eren als Erinnerung empfängt. Eine Zeitmaschine ist das kaum; eher ein Familienfotoalbum mit Aufnahmen, die erst Jahre später entstehen. Wie genau die einzelnen Bilder übermittelt werden, bleibt in Details interpretierbar.

Historias Hand und die Weiterleitung aus der Zukunft

Bei der Ordensverleihung in Kapitel 90 berührt Eren Historia und erhält Zugang zu Grishas Erinnerungen. Doch Grisha hatte seinerseits Erinnerungen seines zukünftigen Nachfolgers gesehen: die von Eren.

Die Informationsroute lautet zukünftiger Eren → früherer Grisha → junger Eren. Eren erfährt etwas über seine eigene Zukunft, indem er in der Vergangenheit seines Vaters nachschaut. Eine Nachricht von sich selbst, weitergeleitet über Papas Postfach. Der Familienchat hat die Raumzeit übernommen.

Das eigentliche Paradox: Wie erbte Eren überhaupt die Macht?

Grisha musste den Urtitan rauben und seine Kräfte später an Eren weitergeben, damit der erwachsene Eren die Pfade erreichen konnte. Aber ebendieser Eren beeinflusste Grishas Entscheidung. Die Wirkung trägt dazu bei, ihre eigene Ursache hervorzubringen.

Am besten passt dazu eine einzige Geschichte, in der Erens Einfluss aus der Zukunft schon immer enthalten war, statt einer ursprünglichen Zeitlinie, die bei einem zweiten Durchgang umgeschrieben wird. Das ist eine Kausalschleife. Die Frage nach dem „allerersten Durchlauf“ setzt einen ersten Durchlauf voraus, den dieses Modell gerade nicht kennt. Aus einer Anime-Fähigkeit ist plötzlich eine Philosophieprüfung geworden.

Im Finale wird die Schleife noch grausamer

Kapitel 139 verbindet das besondere Verhältnis des Urtitans zur Zeit mit Erens Eingriff, durch den Dinas Titan Bertolt verschont und sich stattdessen weiter in Richtung Carlas tragischen Schicksals bewegt. Diese andere Form des Eingriffs betrifft den Urtitan und bedeutet nicht, dass der Angriffstitan allein beliebig Geschichte umschreiben kann.

Der Junge, der unbedingt frei sein wollte, ist sogar mit den Ursachen seines eigenen Leids verbunden. Zeke wollte die Manipulation durch den Vater aufdecken und half mit seiner Erinnerungstour ausgerechnet dabei, die untersuchte Geschichte möglich zu machen. Er plante eine Familientherapie – und die gesamte Kausalität erschien zum Termin.

Quellen (5)

Die nächste Frage zur selben Geschichte: Der Kolossale Titan ist vor der Verwandlung am gefährlichsten: Die menschliche Bombe in Attack on Titan

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