Anzug, Krawatte, US-Flagge und eine ausgestreckte Hand: Der Mann auf dem Foto sieht aus, als würde er gleich seine Kandidatur verkünden. Nur glänzt sein Gesicht, als hätte die Beleuchtung einen eigenen Wahlkampf gestartet. Einen Präsidenten namens „John Politics“ gibt es nicht. Das Bild zeigt Schauspieler Glen Powell bei einem Fotoshooting für GQ. Der Name ist ein Internetwitz.
GQ veröffentlichte das Bild am 9. September 2025 zu einem Interview. Powell spielt dabei übertrieben den typischen amerikanischen Politiker. Ende Juli und Anfang August 2026 verbreiteten sich bearbeitete Videos mit dem Foto auf TikTok. Am 2. August fragte ein X-Post scherzhaft, wer dieser unglaublich glänzende Mann sei und ob er vielleicht „John Politics“ heiße. Ein Politiker wurde erfunden, ohne dass auch nur eine Wahl stattgefunden hätte.
Besonders schön ist die Logik der Edits. Erst heißt es, die Frisur spiele keine Rolle. Dann sieht man minutenlang gefühlt nur Powells makellos zurückgekämmte Haare. Oder die Einblendung behauptet, Öl sei völlig unwichtig, während das Video geradezu stolz jedes Lichtreflexchen zeigt. Der Text sagt Nein, das Bild schreit Ja. Ein unfreiwilliges Streitgespräch mit sich selbst.
Das ist keine echte Wahlwerbung. Das Meme nimmt ein absichtlich übertriebenes Politikerfoto und gibt dem völlig erfundenen Kandidaten einen absurd passenden Namen. Politische Forderungen? Fehlanzeige. Die Scheinwerfer hat er aber offenbar schon gewonnen.
Quelle mit Links zum Originalfoto und zu den Posts: Know Your Meme, „President Glen Powell / John Politics“.
